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Dieses Titelbild ist von meiner Schwägerin - vielen Dank dafür!

Montag, 10. November 2014

86 Die kleine Feldmaus auf dem Dach

Es war ein herrlicher, lauer Sommertag. Die kleine Feldmaus und ihre Freunde spielten den ganzen Tag auf dem Feld beim Weiher. Sie spielten Fangen, Verstecken und rannten um die Wette.

Als die Freunde am Nachmittag zum Frosch nach Hause gingen, sahen sie schon vom Feldweg aus eine Leiter an der Wand lehnen. "Na sowas." wunderte sich der kleine Frosch. "Normalerweise steht da keine Leiter." "Und wieso steht da heute eine?" fragte das kleine rosa Schweinchen. "Keine Ahnung. Laßt uns mal schauen." Und so gingen die Freunde durch die Gartentür zur Leiter hin.

"Sieht aus wie eine ganz gewöhnliche Leiter." bemerkte der kleine Igel. "Genau. Und ich sehe niemanden, dem die Leiter gehört." fügte die Feldmaus hinzu. "Wir müssen nachschauen, ob auf dem Dach alles in Ordnung ist." schlug sie vor und stieg gleich selbst die unteren Sprossen der Leiter hoch. Als sie ungefähr in der Mitte angekommen war, hörten sie ein komisches Geräusch.

Krsch-wsch-ksch. "Ähm... was war das?" fragte das Schweinchen. "Ich weiß es nicht. Aber es schien von der anderen Seite unseres Hauses zu kommen." anwortete der Frosch. Zusammen mit dem Igel lief er um die Hausecke nach hinten. Unterdessen stieg die Feldmaus auf der Leiter weiter nach oben. Als sie auf Höhe der Dachrinne angekommen war und gerade auf das Dach klettern wollte, rutschte eine kleine schwarze Katze vom Dachfirst genau in ihre Arme. "Miiaauuu!" machte sie und kuschelte sich an die Feldmaus.

"Ja, wo kommst du denn her? Was machst du alleine auf dem Dach?" Am Fuße der Leiter wurde das Schweinchen langsam ungeduldig. "Hast du's bald? Was machst du denn da oben so lange?" "Mir ist eine schwarze Katze zugerutscht. Ich kann mit ihr im Arm nicht hinuntersteigen." "Ja und jetzt?" fragte das Schweinchen und schüttelte den Kopf. "Wir brauchen ein Rettungsseil, das ich ihr um den Bauch binden kann." Ein Rettungsseil. Und jetzt war der Frosch nicht da, der wußte, wo alles lag.

Auf der anderen Seite des Hauses kamen der Frosch und der Igel einem Gestürzten zu Hilfe. "Opa! Was ist passiert?" "Ach, mein Junge, ich bin mit der Leiter umgefallen, als ich die kleine schwarze Katze vom Dach retten wollte." Jetzt sahen sie die Leiter auf dem Boden liegen. Das war das Geräusch, das sie gehört hatten! "Und wie geht es dir?" Sie halfen dem Opa vom Frosch auf. "Och, mir ist nix passiert. Nur mein linker Fuß schmerzt ein bisschen." Zusammen gingen die drei wieder ums Haus zurück zu den beiden anderen.

Als sie dort ankamen, staunten sie nicht schlecht. Das Schweinchen ließ gerade an einem Seil, das über die oberste Leitersprosse gehängt war, eine kleine schwarze Katze langsam und vorsichtig nach unten. "Peterchen!" rief der Opa vom Frosch. "Da bist du ja wieder!" Die Feldmaus, die bereits die Leiter hinab stieg, und das Schweinchen, das in diesem Moment der Katze das Seil abnahm, schauten sich verblüfft an.

"Peterchen?" "Ja! Ihr habt meine Katze vom Dach gerettet. Ich danke euch sehr." "Ach Quatsch. Das haben wir doch gerne und mit Links gemacht." sagte das Schweinchen und war stolz über die gelungene Rettungsseil-Aktion. "Wo habt ihr das Seil her?" wunderte sich der kleine Frosch. "Das habe ich in der Schubkarre gefunden. Ich hab ein Lasso daraus geknotet und zur Feldmaus hochgeworfen." "Das ist aber komisch..." sagte der kleine Frosch. "Normalerweise liegt kein Seil in der Schubkarre..."


Was in der nächsten Geschichte passiert


"Das müßt ihr euch ansehen! Ein Flugzeug auf unserem Feld!"


Samstag, 8. November 2014

85 Die kleine Feldmaus im Sammelwahn

Es war ein herrlicher, lauer Sommertag. Die kleine Feldmaus und ihre Freunde spielten den ganzen Tag auf dem Feld beim Weiher. Sie spielten Fangen, Verstecken und rannten um die Wette.

Als die Freunde am Nachmittag nach Hause gingen, bückte sich die kleine Feldmaus nach jedem Ahornblatt. "Die sehen so toll aus im Herbst. Rötlich und gelblich - schön halt!" sagte sie fast entschuldigend. Aber die Freunde hatten sich gar nicht beschwert. Sie halfen sogar beim Sammeln. Kurz bevor sie den Feldweg erreicht hatten, steckte ein ganzes Bündel von Ahornblättern in einem Beutel, den die Feldmaus über ihrer Schulter trug.

Dann entdeckte sie einige Kastanien, die frisch aus ihrer Schale gesprungen sein mußten. Sie glänzten in der Sonne und fühlten sich noch ganz saftig an. "Die nehme ich auch mit." sagte die Feldmaus und steckte die Kastanien zu den Ahornblättern in ihren Beutel. Sie schaute nach weiteren Kastanien und lief suchend mit gesenktem Kopf unter dem großen Kastanienbaum umher. "Was willst du mit all den Kastanien?" fragte das kleine rosa Schweinchen. "Keine Ahnung. Basteln?" antwortete die Feldmaus. "Ich bastele gerne!" fügte sie hinzu.

Nach einigen Minuten des Sammelns war der Beutel wirklich prall gefüllt und sehr schwer geworden. Da erspähte die kleine Feldmaus Tannenzapfen. Die schienen noch nicht sehr alt zu sein. Sie fing an, einige Zapfen einzusammeln. Sie paßten aber nicht mehr in den Beutel. Deswegen stopfte die Feldmaus sie in ihre Jacken- und Hosentaschen.

Bald sah sie wie ein kleines Bärchen aus. Überall wölbten sich ihre Kleidungsstücke, wo sie die gesammelten Früchte hingestopft hatte. "Du siehst aus!" sagte das kleine Schweinchen. "Wie ein Bärchen, das nicht nur mit seinem Mäulchen genascht hat." "Ha... ha... ha...!" gab die Feldmaus nur zurück. "Wir könnten einen Bollerwagen holen und dann weitersuchen." schlug der kleine Igel vor. "Genau! Und außer Zapfen könnten wir noch Eicheln, Tannenzweige und kleine Steinchen sammeln." überlegte der kleine Frosch.

Und so gingen sie zum Feldmausbau, legten die bereits gesammelten Dinge unter die Schubkarre und holten den Bollerwagen aus dem Schuppen. Fröhlich pfeifend zog die Feldmaus ihren Bollerwagen und freute sich, mit ihren Freunden den Wald leer zu sammeln.

Als sie über die Brücke am Bach kamen, schaute die Feldmaus nach unten ins Wasser. "Das sind aber tolle Steine!" rief sie. "Das ist mir ja noch nie aufgefallen." Und sie kraxelte die Böschung hinunter zum Bach und holte einige Steine aus dem kalten Wasser. Nach kurzer Zeit hatte sie ganz kalte Finger, freute sich aber riesig über die tollen Steine.

In einer Freundekette schafften sie die Steine von unten nach oben in den Bollerwagen. Die Feldmaus gab einen Stein dem Frosch. Der Frosch gab den Stein dem Igel. Und der Igel gab den Stein zum Schluß dem Schweinchen. Und das Schweinchen legte den Stein in den Bollerwagen. Dieser füllte sich schneller als gedacht. Bald paßte kein Stein mehr hinein. Und ziehen konnten sie den Wagen jetzt auch nicht mehr.

"Manno ist der schwer." sagte der Frosch. "Sind ja auch nur Steine drin. Ich dachte, wir wollten Zapfen und Eicheln sammeln." antwortete das Schweinchen. "Aber die Steine sind doch so toll." gab die Feldmaus zu bedenken. "Die gebe ich nicht wieder her." "Und wie kriegen wir den Bollerwagen nun zu dir nach Hause?" fragte der Igel. Doch das wußte die Feldmaus auch nicht.

Dann hatte die Feldmaus eine Idee. "Wir suchen einen dickeren Ast, der auf dem Boden liegt, und mit dem schieben wir den Bollerwagen Stück für Stück vorwärts." "Das hört sich aber anstrengend an." erwiderte das kleine Schweinchen. "Wenn wir zusammenhalten, dann klappts bestimmt." Und so gingen die Freunde über die Brücke ein Stückchen in den Wald und suchten einen dickeren Ast.

Nach einer Weile rief die Feldmaus: "Hier her! Ich habe einen gefunden!" Und die drei Freunde stürmten zur Feldmaus hin. Sie sahen die Feldmaus, sie sahen den Ast und schüttelten alle ihre Köpfe. "Ne! Nicht mit mir!" sagte der Frosch. "Du hast echt blöde Ideen." ergänzte der Igel. "Was willste denn jetzt damit?" wunderte sich das Schweinchen.

Die Feldmaus hatte einen riesigen, frisch geschlagenen Baumstamm gefunden, der lecker nach Rinde roch und weder zum Anschieben des Bollerwagens geeignet war, noch zum Transportieren überhaupt. Der war viel zu groß und schwer! Den würden die Freunde niemals zum Wagen hinbekommen. Keine Chance!

"Ok, ihr habt ja recht. Das ist ein doofer Ast. Völlig unbrauchbar für unseren Zweck. Viel zu groß und schwer und..." "Ja ja, Feldmaus. Wir haben es verstanden. Was hast du jetzt vor?" unterbrach der Igel die Feldmaus. "Wir lassen den Ast Ast sein, werfen die Steine wieder ins Bachbett und sammeln dann Eicheln und Zapfen, die nicht so schwer sind. Na, wie wär das?"

Das fanden die Freunde eine sehr gute Idee. Das Schweinchen legte einen Arm um die Feldmaus und die Freunde liefen zum Bollerwagen zurück. Dann warfen sie die Steine aus dem Wagen in den Bach und zogen mit dem Bollerwagen über die Brücke in den Wald und sammelten Eicheln und Tannenzapfen.


Was in der nächsten Geschichte passiert


"Keine Ahnung. Aber es schien von der anderen Seite unseres Hauses zu kommen." anwortete der Frosch.


Freitag, 7. November 2014

84 Die kleine Feldmaus verjagt Gespenster

Es war ein herrlicher, lauer Sommertag. Die kleine Feldmaus und ihre Freunde spielten den ganzen Tag auf dem Feld beim Weiher. Sie spielten Fangen, Verstecken und rannten um die Wette.

Bis sie einen kleinen, weißen Fetzen an einer Maispflanze entdeckt hatten. "Was ist das?" fragte das kleine rosa Schweinchen. "Fühlt sich an wie Stoff. Von einem Bettlaken oder so." antwortete der kleine Frosch erstaunt. "Stoff? Was macht Stoff hier beim Maisfeld?" wollte der Igel wissen. Aber sie wußten keine Antwort.

Kurz darauf sahen sie einen weiteren Fetzen weißen Stoffs an einer Maispflanze. Die Freunde schauten sich um. Es schien frisch zu sein. Es sah ganz sauber aus und roch nach Blümchen. Wie ein Stückchen frische Wäsche. "Wir müssen der Sache auf den Grund gehen!" bestimmte die Feldmaus und hielt beide Stückchen in die Höhe.

Die Freunde suchten jetzt beim Maisfeld gezielt nach merkwürdigen Dingen. Aber sie fanden nur ein Stück Kette. Das war bestimmt von einem Arbeitsgerät des Bauern abgefallen. Nichts aufregendes also. Doch plötzlich, durch eine Lücke zwischen den Maispflanzen hindurch sahen sie, wie sich etwas weißes von rechts nach links bewegte. Die "Kleidung" des Wesens sah aus wie ein Laken und es hatte eine Kette über seine Schulter gelegt. Und schon war es weg und sie konnten es nicht mehr sehen.

"Ein Gespenst!" sprach der Frosch es als erster aus. "Ein... Ge... Ge... spenst?" stotterte das kleine Schweinchen. "Bestimmt!" war sich auch die Feldmaus sicher. "Weiße Gestalt... klein... Kette dabei... Das kann nur ein Gespenst sein!" Auch der Igel war sich dessen sicher. "Wer hat eine andere Idee?" Aber niemand hob die Hand. Sie hatten ein echtes Gespenst gesehen.

"Wir müssen es verfolgen." sagte die Feldmaus. "Was? Spinnst du?" regte sich das Schweinchen auf. "Wieso müssen wir es verfolgen?" "Weil... weil..." Die Feldmaus konnte es nicht erklären. "Weil das eben so ist." "Also ich verfolge bestimmt kein Gespenst im Maislabyrinth. Wir wissen doch gar nicht, ob es vielleicht schon zuende ausgebildet wurde, auch wenn es noch klein aussah. Denn dann kann es richtig gefährlich werden." war sich das Schweinchen sicher.

Das Schweinchen hatte recht. Ein Gespenst, das seine Arbeit richtig gelernt hatte, war ganz schön gefährlich. "Aber das wissen wir nicht. Und deswegen verfolgen wir es." Das Schweinchen schüttelte seinen Kopf, ging aber widerwillig mit den Freunden mit in das Maisfeld. "Und wie wollen wir es finden?" fragte es. "Wir rufen es einfach." "Ne ne ne ne ne! Hier wird kein Gespenst gerufen." widersprach nun auch der kleine Frosch. "Das wir es verfolgen... gut und schön. Aber es auch noch rufen? Damit es uns gleich in die Finger kriegt? Nicht mit mir!"

Und so schlichen die vier so leise wie es nur möglich war durch das Labyrinth und schauten ängstlich nach allen Seiten. Ab und zu strumpelte das kleine Schweinchen, weil es für das Nach-hinten-schauen zuständig war. Die Freunde hielten dann ihre Finger vor ihre Mäulchen, um dem Schweinchen mitzuteilen, daß es leise sein soll. Die hatten gut Reden. Die gingen ja alle vorwärts!

Nach ein paar Minuten kamen sie am Ausgang des Labyrinths heraus. Sie hatten kein Gespenst gesehen. Da rief das Schweinchen ganz laut: "Da ist es!" Die Freunde hielten dem Schweinchen das Mündchen zu und schauten in die Richtung, in die es zeigte. Tatsächlich! Eine kleine weiße Gestalt ging auf den Weiher zu. Es zog seine Schlappen aus, legte die Kette beiseite und streifte das Laken über den Kopf. "Das kleine Gespenst zieht seine Arbeitsbekleidung aus." sagte das Schweinchen ganz erstaunt.

Dann ging ein kleiner Dachs im Weiher Baden. "Na sowas!" wunderte sich der kleine Frosch. "Es ist gar kein Gespenst, sondern der kleine Dachs!" Die Freunde waren enttäuscht, daß sie kein echtes Gespenst verjagt hatten. Andererseits waren sie froh, jetzt keinem echten Gespenst mehr folgen zu müssen.


Was in der nächsten Geschichte passiert


Nach einigen Minuten des Sammelns war der Beutel wirklich prall gefüllt und sehr schwer geworden.


Mittwoch, 5. November 2014

83 Die kleine Feldmaus vor der Tür

Es war ein herrlicher, lauer Sommertag. Die kleine Feldmaus und ihre Freunde spielten den ganzen Tag auf dem Feld beim Weiher. Sie spielten Fangen, Verstecken und rannten um die Wette.

Am späten Nachmittag bekamen die Freunde Durst. "Los, kommt. Wir holen uns Limo bei mir zuhause." sagte die Feldmaus. Und die Freunde gingen zum Feldmausbau, um etwas zu trinken. Als sie dort angekommen waren, war die Tür verschlossen. Die Feldmaus suchte in ihren Taschen. "Mist! Ich habe den Schlüssel nicht dabei." Sie rief ihre Mutti. "Mami? Bist du zuhause? Die Tür ist verschlossen!" Aber niemand antwortete.

"Vielleicht ist deine Mutti noch etwas besorgen gegangen." vermutete der kleine Igel. "Oder sie schläft und hört uns nicht." fügte der Frosch hinzu. "Papperlapapp!" sagte das kleine rosa Schweinchen. "Die schaut bestimmt zu laut fern, um uns hören zu können." Doch das war bei Frau Feldmaus eher unwahrscheinlich.

"Ich erinnere mich." sagte die kleine Feldmaus plötzlich. "Ich hätte eigentlich früher nach Hause kommen sollen. Wir wollten zusammen einkaufen gehen. Jetzt scheint meine Mami alleine losgegangen zu sein." "Da bekommst du bestimmt Ärger, wenn sie wieder da ist." sagte der kleine Frosch und klopfte der Feldmaus auf die Schulter.

"Na, dann setzen wir uns eben hier hin und warten." schlug der Igel vor. "Aber ich habe dollen Durst!" wand das kleine Schweinchen ein. "Ich auch." sagte der kleine Frosch und schleckerte mit der Zunge seine Lippen. "Vielleicht ist hinten auf." sagte die Feldmaus und ging zur Hintertür. "Kommt, her!" rief sie ums Haus. "Hier ist tatsächlich auf." Und die Freunde gingen nach hinten und liefen der Feldmaus nach ins Haus.

Sie gingen in die Küche und holten sich Gläser und Limonade. Dann setzten sie sich hin und genossen die leckere, kühle Brause. Die kleine Feldmaus öffnete einen Küchenschrank und holte Süßigkeiten raus. "Hm! Lecker! Wolken-Drops!" Das kleine Schweinchen hatte schon von Weitem gesehen, was die Feldmaus in der Hand hatte. Die Drops wurden verteilt und die Freunde fingen an, sich komische Sachen zu erzählen. Sie lachten so laut, daß sie gar nicht hörten, wie Frau Feldmaus in die Küche kam.

"Hm-hm!" Frau Feldmaus räusperte sich extra laut. Die Kinder erschraken, verstummten auf der Stelle und die Feldmaus stand ganz schnell auf und ging zur Mutti. "Ich hab's vergessen. Tut mir leid." "Was hast du vergessen?" "Na, daß wir zusammen einkaufen wollten. Hast du alles gekriegt?" "Ich war noch nicht weg. Ich geh doch nicht einkaufen, wenn meine kleine Feldmaus alleine zu Hause ist." "Du warst noch nicht weg? Wo kommst du dann jetzt her?" "Aus dem Schlafzimmer. Ich hatte mich ein wenig hingelegt."

"Oh! Dann haben wir dich sicher mit unserem Lachen gestört, oder?" "Kinderlachen stört mich doch nie!" sagte Frau Feldmaus. "Aber ein klitze kleines bisschen leiser hättet ihr schon sein können." "Wir wußten ja nicht, daß du da bist." "Stimmt auch wieder. Wollen wir dann jetzt los? Oder möchtest du lieber spielen?" "Nein, nein. Ich komme mit dir mit. Das war ja ausgemacht, ne?" Und die Mutti nahm ihre Feldmaus in die Arme und die Freunde verabschideten sich.

Dann fuhren die beiden mit ihren Rädern zum Kaufhaus und machten ihre Besorgungen.


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"Ein... Ge... Ge... spenst?" stotterte das kleine Schweinchen.


Dienstag, 4. November 2014

82 Die kleine Feldmaus verzählt sich

Es war ein herrlicher, lauer Sommertag. Die kleine Feldmaus und ihre Freunde spielten den ganzen Tag auf dem Feld beim Weiher. Sie spielten Fangen, Verstecken und rannten um die Wette.

Jetzt war die Feldmaus mit Suchen dran. "100! Ich komme!" Sie sah den Frosch beim Maisfeld um die Ecke hopsen. Das Schweinchen huschte gerade hinter das Boot beim Weiher. Sie rannte zum Maisfeld und fand den Frosch auf Anhieb. "Du bist viel zu schnell losgerannt." sagte der Frosch. "Du hast nie und nimmer bis 100 gezählt. "Doch. Sicher. Habe ich." antwortete die Feldmaus. Dann rannte sie zum Boot und tippte dem Schweinchen auf die Schulter. "Gefunden!" "Och manno! Das war niemals bis 100 gezählt. Du bist viel zu früh los." meckerte auch das Schweinchen und schaute ganz betrübt drein.

Der Igel kam aus seinem Versteck und sagte zur Feldmaus: "Ich finde, du bist nochmal dran." "Na gut. Wenn ihr unbedingt wollt." Und die Feldmaus drehte sich um, hielt sich die Hände vor die Augen und fing an, zu zählen. Die Freunde rannten weg und suchten sich ihre Verstecke. "100! Ich komme!" Die Feldmaus sah den Igel hinter den großen Findling krabbeln und das Schweinchen, wie es sich gerade hinter den Koppelzaum duckte.

Sie rannte los und fand den Igel und das Schweinchen. Beide beschwerten sich lautstark. "Feldmaus! Das gibt's doch gar nicht. So schnell kann doch niemand zählen." "Genau. Und selbst wenn, tut man es nicht." "Aber ich habe bis 100 gezählt." verteidigte sich die Feldmaus. Der Frosch kam an und forderte die Feldmaus auf, zu zählen. "Los. Zähl mal bis 100. Das wollen wir hören." Und die Feldmaus fing an bis 100 zu zählen.

"1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 21, 22, 33, 44, 55, 66, 77, 88, 99, 100! Siehste, fertig!" "Das meinst du nicht ernst, oder?" wunderte sich der Frosch." "Was denn?" entgegnete die Feldmaus. "Na, du hast ja gar nicht alle Zahlen gezählt." sagte der Igel. "Da fehlt ja fast alles!" regte sich das Schweinchen auf. "Davon war nie die Rede, alle Zahlen zu zählen." "Papperlapapp!" sagte das Schweinchen. "Feldmaus. Das ist doch klar, daß man beim Zählen alle Zahlen zählt, und nicht nur die schönen oder so." Das Schweinchen hatte recht. So ging das nicht.

Die Feldmaus überlegte kurz. "Ihr meint also, ich muß alle Zahlen zählen? Von eins bis hundert?" "Na klaro!" "Aber das sind ja einhundert Stück!" Die ist witzig, dachte sich das kleine rosa Schweinchen. "Ist das der gnädigen Feldmaus zuviel? Möchte die gnädige Feldmaus lieber nur bis 99 zählen?" ärgerte es die Feldmaus. "Oder etwa nur bis 98?" setzte der kleine Frosch noch eins drauf.

"Ihr spinnt ja." erwiderte die Feldmaus. "Ich zähle ab jetzt bis 20. Und zwar langsam. Und das muß euch für's Verstecken reichen. Basta!" Gut, das konnten sie ja mal probieren. Und es ging los. Die Feldmaus hielt sich die Augen zu und zählte laut bis 20. Und zwar langsamer als vorhin. Nach einer Weile rief sie: "20! Ich komme!" Sie sah niemanden. Der Frosch, der Igel und das Schweinchen waren nicht zu sehen.

"Mist." dachte sich die Feldmaus, "Jetzt weiß ich gar nicht mehr, wo die sich verstecken." Und sie fing an, die Gegend abzusuchen. Nach einigen Minuten hatte sie immer noch niemanden gefunden. "Hallo? Wo seid ihr? Ich finde euch nicht." Es kam keine Antwort. Es dauerte weitere zehn Minuten bis sie den grünen Fuß vom Frosch sah. Sie schlich sich an und tippte auf den Fuß. "Mist!" rief die Feldmaus, "Das ist nur ein Blatt."

Dann hörte sie Gekicher. Es kam vom Bach. Sie lief schnell hin und schaute nach links und rechts. Niemand war zu sehen. Wo kam das Gekicher her? Auf dem Boden entdeckte sie eine Spur von Kastanien. Ganz viele Kastanien lagen jeweils mit einigem Abstand dazwischen in einer langen Reihe, die bis zum Weiher zu reichen schien.

Sie hob die erste Kastanie auf. "Eine Eins?" Auf die Kastanie war mit einem schwarzen Stift eine 1 geschrieben. Sie ging zur nächsten Kastanie. Auf der stand eine 2. Und so ging es weiter: 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 21. Die Feldmaus stutzte. Da fehlten doch Zahlen.

"He? Wollt ihr mich ärgern?" 22, 33. "Wie kommt ihr auf die Idee, Zahlen auszulassen?" 44, 55, 66, 77. "Das ist nicht witzig! Wo seid ihr?" 88, 99, 100. "Ich habe alle Kastanien. Ihr könnt rauskommen. 101, 143, 184. Da lag schon wieder ein grünes Blatt, das wie der Fuß vom Frosch aussah. Die Feldmaus schnipste es mit einem Finger weg. "AUA!" schrie der Frosch, hielt sich den Zeh und hüpfte auf dem anderen Bein auf und ab.

"Entschuldigung. Ich dachte..." weiter kam die Feldmaus nicht. Schweinchen und Igel hielten der Feldmaus einen Eimer hin. In dem ganz viele Kastanien waren. Alle schienen Nummern zu haben. "Hier. Die sind für dich. Damit du zählen üben kannst." Die Feldmaus fing an zu lächeln. Sie schmiß ihre gesammelten Kastanien dazu. Dann nahm sie eine und warf sie so weit sie konnte auf das Feld. "Jetzt ihr. Wer wirft am weitesten?" Und schon war ihr Versteckspiel und der wehe Zeh vom Frosch vergessen.


Was in der nächsten Geschichte passiert


"Na, dann setzen wir uns eben hier hin und warten." schlug der Igel vor.


Montag, 3. November 2014

81 Die kleine Feldmaus häkelt

Es wurde ein herrlicher, lauer Sommertag. Die kleine Feldmaus saß am Gartentisch vor dem Küchenfenster und häkelte. Vor ein paar Tagen hatten sie in der Schule Häkeln gelernt. Und da ihre Mutti Häkelnadeln hatte und immer genug Wolle im Haus war, fing die Feldmaus einfach an.

Sie hatte sich rote, gelbe und blaue Wollknäuel aus dem Arbeitszimmer geholt und die Häkelnadeln vom Tisch mitgenommen. Sie übte die Technik aus der Schule. Luftmaschen mußten gehäkelt und dann Stäbchen herausgearbeitet werden. Das war ganz schön mühsam und mußte richtig geübt werden.

Als die Feldmaus schon fast zwei Stunden gehäkelt hatte, taten ihr die Hände weh und sie machte eine Pause. Sie trank von der Limonade auf dem Gartentisch und schaute sich ihr bisheriges Werk an. Sie hatte nur ein schmales Stück gehäkelt, welches dafür aber schon fast ein Meter lang war. Es sollte zum Schluß ein Schal werden. Zumindest sah es jetzt so aus.

Dann kam das kleine Schweinchen um die Ecke. "Hallo Feldmaus." "Hallo Schweinchen. Was machst du denn hier?" "Och, ich wollte mal schauen, was du so machst." "Ich häkele." "Was machst du?" "Na, häkeln! Das haben wir doch in der Schule gelernt." "Ach so, das blöde Nähen." "Nein. Erstens ist das kein Nähen, sondern Häkeln. Und zweitens ist das gar nicht so blöd. Schau, wie weit ich schon mit meinem Schal bin."

Das Schweinchen setzte sich hin und staunte. Die Feldmaus war tatsächlich schon ziemlich weit. Nur die breite des Schals ließ zu wünschen übrig. "Das muß aber noch breiter, oder?" "Ja klar. Ich mache nur grad eine Pause." "Machst du den Schal ganz rot?" "Nein. Der bekommt Streifen. Rot, Gelb, Blau, Rot, Gelb, Blau." "Ach so." sagte das Schweinchen und stand wieder auf. Dabei verfing sich das Ende des Schals an einem Knopf an der Latzhose vom Schweinchen.

"Ich gah mal zu den anderen. Tschüß." "Ich komme nachher auch zum Spielen." sagte die Feldmaus. Da sah sie das Malheur. Ein gutes Stück ihrer mühevollen Arbeit war schon aufgetraddelt. "Halt Schweinchen! Halt!" "Was ist denn? Oh!" Das Schweinchen hatte sein Mißgeschick schon gesehen. "Tut mir leid. Kannst du das wieder reparieren?" "Och Schweinchen." sagte die Feldmaus traurig. "Jetzt muß ich das alles nochmal machen. Weißt du eigentlich, wie lange das dauert?"

Doch das konnte das kleine Schweinchen nur ahnen. Also sagte es: "Sehr lange?" "Ja, genau. Das dauert sehr lange." "Ich helfe dir." bot das Schweinchen an und setzte sich wieder hin. "Ok. Ich zeige dir, wie es geht." "Nö laß mal. Ich hab doch in der Schule aufgepaßt!" Und das Schweinchen fing an, zu häkeln. Die kleine Feldmaus war überrascht, wie gut das beim Schweinchen ging. Auf Anhieb häkelte es los. Zwar langsam, aber es machte alles richtig.

"Tja, da staunste was?" fragte das Schweinchen und grinste. Dann griff es in seine Umhängetasche und holte eine bunte Mütze und zwei Topflappen heraus. "Die habe ich gestern gehäkelt. Den ganzen Nachmittag habe ich gebraucht!" Die Feldmaus kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. "Wofür hast du Topflappen gehäkelt?"

"Die schenke ich meiner Mutti zum Nikolaus." "Tolle Idee. Vielleicht kann ich meinen Schal ja auch verschenken." "Dann darf ich aber leider nicht weiter helfen!" gab das Schweinchen zu bedenken und hörte auf, am Schal der Feldmaus zu häkeln. "Ok. Kein Problem. Ich mache selber weiter." "Entschuldigung nochmal. War ja nicht mit Absicht." sagte das Schweinchen und ging zum Feld.

Die Feldmaus häkelte weiter. Nach ein paar Minuten taten ihr die Hände wieder weh. "Nein. Das geht nicht. Ich muß das langsam angehen." Und sie hörte auf, zu häkeln und rannte hinter Schweinchen her auf's Feld zum Spielen.


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"Feldmaus! Das gibt's doch gar nicht. So schnell kann doch niemand zählen."


Sonntag, 2. November 2014

80 Die kleine Feldmaus kriegt einen roten Kopf

Es war ein herrlicher, lauer Sommertag. Die kleine Feldmaus und ihre Freunde spielten den ganzen Tag auf dem Feld beim Weiher. Sie spielten Fangen, Verstecken und rannten um die Wette.

Am späten Nachmittag als die Freunde beim Feldmausbau ankamen, sahen sie Herrn Buntspecht, der die Hauswand neu strich. "Hallo Kinder." sagte Frau Feldmaus. "Seid vorsichtig. Unsere Wand wird neu gestrichen. Gefällt euch das Rot?" "Ja, klasse!" antwortete das kleine Schweinchen. Und der Frosch fügte hinzu: "Es leuchtet so schön." Es war wirklich ein tolles Rot.

Die Freunde schauten eine zeitlang zu. Eine Wand zu streichen, scheint Spaß zu machen. Vor dem Feldmausbau stand ein Gerüst und daran war eine Leiter gelehnt. Auf den obersten Brettern des Gerüsts stand Herr Buntspecht mit seinem Farbeimer und strich die Wand. Mit einem großen, breiten Pinsel wedelte er die Farbe an die Wand. Das sah ziemlich elegant aus.

"Dürfen wir auch mal?" fragte die kleine Feldmaus. "Hier oben nicht. Das ist viel zu gefährlich. Aber wenn ich runterkomme, dann könnt ihr auch ein Stückchen streichen." sagte Herr Buntspecht. Die Freunde schauten weiter zu. Der Malermeister stieg über die Leiter eine Ebene tiefer. Er war jetzt in der Mitte und strich um die Fenster herum. Das Rot paßte wirklich super zu den orangefarbenen Fensterrahmen des Feldmausbaus.

Nach einiger Zeit stieg Herr Buntspecht ganz nach unten. "So, jetzt dürft ihr mir helfen." Er stellte den Farbeimer mit der roten Wandfarbe auf den Boden und gab den Pinsel der kleinen Feldmaus. Die fing sogleich an, den Pinsel in die Farbe zu tauchen und dann die Wand zu streichen. Es gab Schlieren und Streifen und sah nicht so toll aus wie weiter oben. "Halt halt halt." rief Herr Buntspecht. "Du mußt den Pinsel schräger halten und du darfst die Farbe nicht so schnell auf der Wand verteilen." Er machte es den Kindern einmal vor. "Und ihr dürft ruhig noch einmal über eine Stelle drüber, wenn Streifen zu sehen sind."

Jetzt klappte es schon besser. Die kleine Feldmaus strich und strich und vergaß ganz die Zeit. "He! Feldmaus! Wir wollen auch mal!" sagte der kleine Igel etwas meckerig. "Na gut, wenn's unbedingt sein muß." antwortete die Feldmaus und gab den Pinsel dem Igel. Er fing an, zu streichen und vergaß dabei auch die Zeit. "Ich möchte aber auch mal." machte sich der Frosch bemerkbar und der Igel gab dem kleinen Frosch widerwillig den Pinsel.

Wieder wurde die Wand ein Stückchen roter bis sich das Schweinchen meldete. "Jetzt hab ich aber lange genug gewartet!" "Hier hast du den Pinsel." sagte der Frosch und das Schweinchen fing an, zu streichen. Nur wenige Sekunden später wurde die Feldmaus ungeduldig. "Schweinchen, jetzt bin ich aber wieder dran." "Was? Ich habe doch gerade erst angefangen! Das kann doch gar nicht sein." "Doch doch." sagte die Feldmaus und griff schon nach dem Pinsel. "Nein. Ich darf noch etwas weitermachen." erwiderte das kleine Schweinchen und hob den Pinsel hoch, so daß die Feldmaus nicht so ohne weiteres dran kam.

"Na los. Gib mir den Pinsel her." Und die Feldmaus stieg auf die unterste Leitersprosse und faßte den Arm des Schweinchens. "Laß mich los." sagte dieses und nahm den Arm wieder runter. Dabei verlor die Feldmaus das Gleichgewicht und fiel dem Schweinchen entgegen, hielt sich aber immer noch an dessen Arm fest. "Nein, nein!" sagte das Schweinchen und drehte sich nach links. Dann flutschte der Pinsel dem Schweinchen aus der Hand und sauste in hohem Bogen durch die Luft.

Als er die Feldmaus mitten im Gesicht traf, schauten schon alle gebannt dem Pinsel auf seiner Flugbahn hinterher. "Iiiiih!" rief die kleine Feldmaus und wollte sich die Farbe aus dem Gesicht wischen. Aber das machte es nur noch schlimmer. Sie hatte jetzt einen ganz roten Kopf und die Freunde fingen an, zu kichern. "Ja ja. Lacht nur." sagte sie und wischte weiter an ihrem hals herum. Aber die Farbe war dran und ging wohl erst wieder bei einem ausgiebigem Bad ab.

Das kleine Schweinchen holte schnell eine Kamera und machte ein Bild von der kleinen Feldmaus. "He, Schweinchen! Was fällt dir ein?" "Sei nicht böse. Aber ich sammle doch Bilder von Streichhölzern. Da paßt du gerade super dazu!" Und die Freunde mußten ein bißchen lauter kichern.


Was in der nächsten Geschichte passiert


"Tja, da staunste was?" fragte das Schweinchen und grinste.