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Dieses Titelbild ist von meiner Schwägerin - vielen Dank dafür!

Mittwoch, 15. Oktober 2014

65 Die kleine Feldmaus hilft dem Bauern

Es war ein herrlicher, lauer Sommertag. Die kleine Feldmaus und ihre Freunde spielten den ganzen Tag auf dem Feld beim Weiher. Sie spielten Fußball, Verstecken und rannten um die Wette.

Plötzlich mußten die Freunde ihr Spielen unterbrechen. Sie hörten einen Traktor. Bei Traktorgeräuschen war die erste Pflicht: raus aus dem Feld - rauf auf den Feldweg. Denn nur so konnten sie sehen, wo der Traktor genau war bzw. was der Traktor genau machte. Pflügen oder Ernten konnte gefährlich werden. Deswegen mußten sie auf den Feldweg, um ersteinmal in Sicherheit zu sein.

Sie hielten Ausschau. Der Traktor fuhr vom Schlagbaum auf dem Feldweg am Maisfeld entlang. Keine Gefahr also. Die Freunde spielten weiter. Kurze Zeit später hörte das Traktorgeräusch auf. Dafür hörten die Freunde nun lautes Gemecker vom Bauern. "So ein Mist! Blöder Trecker! Ach was sage ich. Blöder Feldweg!" Und so ging das eine ganze Weile lang. Was war denn nur passiert?

Die Freunde rannten zum Feldweg beim Maisfeld. Da sahen sie das Malheur: der Traktor hatte Schieflage. Ein Vorderrad war zu weit vom Weg abgekommen. Und dadurch hing ein Hinterrad etwas in der Luft. Scheinbar kam der Bauer weder vorwärts noch rückwärts. Er war ausgestiegen und ging die ganze Zeit um seinen Traktor herum und fluchte.

Normalerweise konnte ein Traktor Feldwege und Felder locker befahren. Aber es gab auch ungünstige Situationen, vor allem, wenn der Bauer beim Fahren nicht aufpaßte. Vielleicht war er abgelenkt gewesen? Der Bauer machte die Traktortür zu und lief den Feldweg entlang zu seinem Bauernhof. Es schien wirklich etwas schlimmeres zu sein. Sonst würde der Bauer seinen Traktor nicht zurücklassen.

Die Freunde überlegten, ob sie helfen konnten. "Man müßte etwas unter das eingesackte Rad schieben." schlug das Schweinchen vor. "Gute Idee. Aber was? Das Rad ist ziemlich groß." Da hatte der Frosch recht. "Vielleicht einen Balken oder so." "Woher sollen wir einen Balken nehmen?" fragte der Igel. "Wir könnten zwei oder drei Balken vom Bach holen. Da liegt doch immer etwas herum." Das war eine gute Idee und die Freunde liefen zum Bach.

Sie sahen auch gleich mehrere Holzstücke. Darunter waren zwei Balken, die ziemlich groß waren. Die könnten tatsächlich den Höhenunterschied ausgleichen. "Ok, wir ziehen die Balken auf Drei. Eins. Zwei. Drei." Je zwei Freunde zogen einen Balken in Richtung Feld. Das war ganz schön schwer. Aber mit jedem Zug kamen sie ein Stückchen voran. Nach einiger Zeit waren sie fast am Traktor angekommen.

"Und wie kriegen wir die jetzt unter das Rad?" Das war ein Problem. Der Traktor war viel zu schwer. Sie würden das Vorderrad nicht anheben können. Das konnte nicht einmal der Bauer. Also legten sie einen Balken vor dem Rad ab. Den anderen schoben sie neben das hängende Hinterrad. Mit einem Seil befestigten sie den Balken am Hinterrad und zogen daran. Ganz langsam senkte sich das Hinterrad ein wenig. Dabei hob sich das Vorderrad genug, um den anderen Balken darunter zu schieben.

"Es klappt!" freute sich das Schweinchen. Sie schoben den Balken unter das Vorderrad. Dann lösten sie den anderen Balken wieder vom Traktor und schoben ihn mühsam nach vorne zum Vorderrad zurück. "Das schaffen wir nicht. Wir können nicht alles machen." entschied die Feldmaus. Da kam der Bauer wieder um die Maisfeldecke. Die Freunde versteckten sich am Feldrand und schauten interessiert, was der Bauer machte. Er schien sehr verwundert und erstaunt zu sein, daß bereits ein Balken unter dem Vorderrad lag.

"Danke!" rief er ins Feld hinein. "Wer auch immer das war!" Und er schob den zweiten Balken dicht neben den ersten Balken und drückte ihn leicht darunter. Er stieg in seinen Traktor ein und ließ ihn an. Er gab langsam gas. Und tatsächlich bewegte er sich jetzt vorwärts. Dabei drückte das Gewicht den ersten Balken auf den zweiten Balken, so daß jetzt beide unter dem Vorderrad lagen. Das Hinterrad hatte sich fast bis ganz nach unten gesenkt.

Als der Bauer nach rechts lenkte und das eingesackte Vorderrad auf den Feldweg zurückkam, hatte das Hinterrad wieder Griff auf dem Boden. Der Bauer lachte. "Jaha! Hey!" Und nachdem er gewendet hatte, fuhr er mit seinem Traktor wieder nach Hause. Die Freunde freuten sich auch.

"Was der Bauer wohl denkt, wer ihm geholfen hat?" fragte sich das Schweinchen. "Das waren die Feld-Geister!" antwortete die Feldmaus und machte Gespenster-Bewegungen. Die Freunde mußten lachen. Und jetzt liefen sie alle wie Gespenster und Geister über den Feldweg.


Was in der nächsten Geschichte passiert


Als das Lied zu Ende war, drehte sich der Chorleiter zu den Freunden um.


64 Die kleine Feldmaus geht zur Post

Es war ein herrlicher, lauer Sommertag. Die kleine Feldmaus und ihre Freunde spielten den ganzen Tag auf dem Feld beim Weiher. Sie spielten Fußball, Verstecken und rannten um die Wette.

Am späten Nachmittag mußte die Feldmaus nach Hause. Sie sollte für ihre Mutti noch einen Brief zur Post bringen. Der war ganz wichtig und mußte heute noch weg. Auf einem Zettel hatte ihre Mutti die Adresse aufgeschrieben. Das Geld für das Porto lag auch bereit. Also fuhr die Feldmaus mit dem Fahrrad zur Post.

Als sie angekommen war, stellte sie sich an der Schlange an. Vier Leute waren vor ihr dran. Bei jedem dauerte es eine Ewigkeit. Als sie endlich an der Reihe war, sagte der Post-Mitabeiter zu ihr: "Du hast die Adresse noch gar nicht auf den Brief geschrieben. Das mußt du vorher machen."

So etwas blödes, dachte sich die Feldmaus und setzte sich an den kleinen Tisch etwas abseits vom Schalter. Sie schrieb fein säuberlich die Adresse vom Zettel auf den Briefumschlag. Als sie fertig war, prüfte sie die Adresse noch einmal. Postleitzahl und Hausnummer stimmten. Prima. Dann stellte sie sich wieder an der Schlange an. Diesmal waren drei Leute vor ihr.

Eine Person in der Schlange hatte ein Paket, zwei Päckchen und einen Stapel Postkarten dabei. Es dauerte so lange, bis diese endlich fertig war. Die Feldmaus hatte zweimal langsam bis 100 gezählt. Als sie endlich an der Reihe war, hatte der Post-Mitarbeiter wieder etwas zu beanstanden. "Du mußt auch den Absender draufschreiben. Sonst geht der Brief verloren, wenn mit dem Empfänger etwas nicht stimmt." "Das hätten sie aber auch gleich sagen können." erwiderte die Feldmaus. Aber der Post-Mitarbeiter bediente schon den nächsten Kunden.

Also ging die Feldmaus wieder an den kleinen Tisch und schrieb ihre eigene Adresse auf den Brief: "Absender: Frau Feldmaus, Feldweg 12, 10200 Wiesenheim". Als die Feldmaus fertig war, stellte sie sich wieder an die Schlange, die immer länger wurde. Kurz vor Schließung der Postfiliale schienen alle noch etwas abgeben zu wollen. Diesmal waren wieder vier Personen vor ihr dran. Aber diesmal ging es etwas schneller, weil ein weiterer Postschalter geöffnet hatte.

Als die Feldmaus an der Reihe war, sagte sie: "Als Einschreiben mit Rückantwort bitte." "Dafür mußt du dieses Formular ausfüllen. Das klebe ich dann auf den Brief." Die Feldmaus traute ihren Ohren nicht. Aber Aufregen nutzte ja nichts. Der Brief sollte heute unbedingt noch weg. Also ging sie wieder zum kleinen Tisch und füllte das Formular aus. Wieder die Adresse und den Absender draufschreiben und dann wieder an die Schlange anstellen.

Sie kam sofort dran und reichte den Brief und das Formular zum Post-Mitarbeiter. Dieser klebte das Formular auf den Brief, machte zwei Briefmarken feucht und klebte diese auch auf den Brief. "So, das macht genau 8 Feldkronen." Die Feldmaus bezahlte mit 10 Feldkronen und bekam 2 Feldkronen zurück. "Danke." sagte sie freundlich und ging zum Fahrrad. Sie hatte jetzt fast 30 Minuten für einen läppischen Brief benötigt. Demnächst wollte sie das Formular bereits vorher zuhause ausfüllen.

Also ging sie noch einmal in die Postfiliale hinein. Aus den Fächern mit den Formularen nahm sie eine Hand voll Einschreiben- und eine Hand voll Paket-Formulare. Das würde für ein paar Monate reichen, dachte sich die Feldmaus. Dann fuhr sie mit ihrem Fahrrad wieder nach Hause zurück.


Was in der nächsten Geschichte passiert


Die Freunde rannten zum Feldweg beim Maisfeld. Da sahen sie das Malheur


Dienstag, 14. Oktober 2014

63 Die kleine Feldmaus lernt Tobi kennen

Es war ein herrlicher, lauer Sommertag. Die kleine Feldmaus und ihre Freunde spielten den ganzen Tag auf dem Feld beim Weiher. Sie spielten Fangen, Verstecken und rannten um die Wette.

Als die Freunde eine Pause machten, um etwas zu trinken, hörten sie ein Rascheln. Es war gleich hinter ihnen. Sie drehten sich alle um, konnten aber nichts sehen. "Was war das?" fragte das kleine Schweinchen. "Keine Ahnung. Aber wenn's wichtig war, kommt's wieder." war sich der kleine Frosch sicher. Und tatsächlich: kurz darauf raschelte es wieder.

Nun waren die Freunde aufgesprungen. Sie schauten alle ganz genau auf den Himbeer-Busch. Von dort war das Rascheln gekommen. "Ich seh wieder nichts." meckerte das Schweinchen. "Es will bestimmt nicht gesehen werden." war sich der Igel sicher. Dann entdeckte die kleine Feldmaus Spuren. "Kommt mal her. Hier sind Spuren." An der linken Seite des Busches waren ganz deutlich kleine Füßchen zu erkennen. Sie führten in den Busch hinein, aber nicht wieder heraus. "Es ist im Busch und kommt bestimmt irgendwann wieder raus!" Also warteten die Freunde.

Es dauerte nicht sehr lange, als wieder ein Rascheln zu hören war. Da die Freunde diesmal den Busch beobachteten, sahen sie auch wackelnde Zweige. Die Feldmaus griff beherzt einen wackelnden Zweig und riß ihn zur Seite: "Erwischt!" rief sie. Aber es war nichts zu sehen. "Da ist nichts. Du warst zu langsam." sagte das Schweinchen. "Och manno!" schimpfte die Feldmaus, machte sich aber für einen erneuten Zugriff bereit.

Kurz darauf sahen sie Zweige wackeln, ohne daß ein Geräusch zu hören war. Die Feldmaus bog wieder geschwind die Zweige zur Seite. Und diesmal hatten sie den Eindringling ertappt. Er schaute die Freunde ganz erstaunt an. Mit großen Augen und einem viel zu vollen Mäulchen winkte er den Freunden zu. "Hollo. Isch wasch paschiert?"

"Du bist witzig." antwortete die Feldmaus. "Wir fühlen uns von deinem Rascheln verfolgt." "Quatsch! Ich raschele doch nicht. Das sind die Zweige vom Busch, wenn ich die Himbeeren abpflücke." So ein Scherzbold. Das wußten die Freunde auch. "Wer bist du und was machst du hier?" fragte das Schweinchen. Der Eindringling schluckte die Himbeeren hinunter. 

"Ich bin Hamster Tobi und ich nasche Himbeeren für mein Leben gern!" sagte der Ertappte. "Wollt ihr auch welche?" "Gerne." sagte das Schweinchen und hielt Tobi eine offene Pfote hin. "Schweinchen!" ermahnte die Feldmaus. "Du nimmst doch nichts von Fremden, oder?" Das Schweinchen schaute etwas traurig nach unten. "Na sage mal! Ich bin doch nicht fremd. Wir sind ganz frisch hierher gezogen. Ich wohne mit meinen Eltern und meiner Schwester gleich da hinten an der Koppel."

Davon hatte die Feldmaus schon gehört. "Ach ihr seid das. Ich habe euren Umzugswagen gesehen." "Genau. Letzte Woche sind wir angekommen. Mittlerweile kann man bei uns auch in alle Zimmer. So ein Umzug ist ganz schön anstrengend." Jetzt waren die Freunde ganz neugierig. Sie fragten den armen Tobi detailliert aus. Woher er käme, wie lange sie blieben, ob er in die Schule ginge, in welche Klasse, wann er Geburstag habe, und und und.

Tobi versuchte alle Fragen zu beantworten. Und zum Schluß lud er die Freunde zu sich ein. "Kommt doch am Samstag alle vorbei. Dann Trinken wir Limonade und vielleicht backe ich einen Kuchen." "Limonade!" freute sich das kleine rosa Schweinchen. "Und Kuchen!" ergänzte der kleine Igel. Das wurde bestimmt ein guter Samstag.

Als die kleine Feldmaus wieder zu Hause war, erzählte sie ihrer Mutti die Neuigkeiten von Familie Hamster. "Stell dir vor: Tobi ist einer der neuen Feldbewohner! Und am Samstag sind wir bei ihm eingeladen." Die Mami freute sich und löffelte der kleinen Feldmaus noch etwas Suppe auf ihren Teller.


Was in der nächsten Geschichte passiert


So etwas blödes, dachte sich die Feldmaus und setzte sich an den kleinen Tisch etwas abseits vom Schalter.

62 Die kleine Feldmaus baut ein Baumhaus

Es war ein herrlicher, lauer Sommertag. Die kleine Feldmaus und ihre Freunde spielten den ganzen Tag auf dem Feld beim Weiher. Sie spielten Fangen, Verstecken und rannten um die Wette.

Am frühen Nachmittag hatte das Schweinchen von einem Baumhaus erzählt. "So eins will ich auch mal haben." hatte der Igel daraufhin gesagt. Und die Feldmaus meinte: "Na dann los! Wir bauen uns eins!" Die Freunde waren hin und weg. Ein eigenes Baumhaus. Mit Fenstern und einer Leiter hoch oben in einem Baum. Toll!

Sie rannten nach Hause und holten die "Zutaten". Das Schweinchen war für Nägel, Schrauben und Werkzeug zuständig. Der kleine Frosch holte eine alte Leiter aus dem Schuppen. Außerdem ein Seil zum dran Festhalten. Der Igel holte mit einer Schubkarre kleinere Holzstücke und die Feldmaus war für die Bodenplatten zuständig.

Die waren aber zu groß und schwer, so daß das Schweinchen der Feldmaus helfen mußte, die Bodenplatten ranzufahren. Nach drei Gängen waren sie ganz geschafft, aber die Platten lagen unter dem auserkorenen Baum. Der Baum stand am Waldrand gleich neben dem Bach. So hatten sie es nicht allzu weit von zuhause.

Der Anfang war am schwersten. Der Baum war sehr groß und ein dicker Ast ragte auf mittlerer Höhe fast waagerecht heraus. Das war perfekt, um darauf ein Baumhaus zu errichten. "Wir bauen den Boden ganz nah am Stamm. So hält das Baumhaus am besten." sagte die Feldmaus. Sie und der kleine Frosch kletterten auf den Baum und setzten sich in die Astgabel. Die beiden anderen fingen an, die Bodenplatten eine nach der anderen mit dem Seil hochzuziehen.

Jede einzelne Platte befestigten die "Handwerker" an dem dicken Ast. Mit Nägeln und kleineren Holzstücken wurden sie festgemacht. Als sie die letzte Bodenplatte befestigen wollten, quietschte die erste Platte, drehte sich zum Boden hin und fiel mit Getöse herunter. "So ein Mist." sagte das Schweinchen. "Ihr habt die Platte nicht ordentlich festgemacht." Vorwurfsvoll schaute es nach oben. "Dann mach es doch selber." rief der Frosch. "Fester kriegen wir die Platten nicht." Na klasse. Jetzt bekamen sie nicht mal die Platten vom Baumhaus befestigt. Das ganze war viel zu unsicher.

Als die beiden heruntergestiegen waren, schüttelte die Feldmaus den Kopf. "Wir machen das anders. Zuerst bauen wir ein Haus hier unten neben dem Baum. Und wenn es fertig ist, ziehen wir es hoch auf den Ast." Das hörte sich gut an. Also bauten sie ein kleines Haus aus den Bodenplatten und den Holzstücken. Es dauerte ziemlich lange, aber dann war ein kleines Häuschen entstanden, in dem zwei von ihnen Platz fanden. Doch wie bekamen sie das Haus nun hoch und befestigt? Sie wollten nicht, daß das ganze Haus herunterfällt.

Außerdem war es ziemlich schwer geworden. Das hatten sie vorher nicht vermutet. Also nahmen sie es erstmal wieder auseinander. Aber nicht komplett, sondern in größeren Teilen wie bei einem Fertighaus. So blieben die Bodenplatte und die Seitenwände und das Dach erhalten. Als erstes mußte die Bodenplatte angebracht werden. Wenn die fest saß, konnten sie darauf die Fertighausbauteile aufsetzen. Leichter gesagt als getan. Sie vertagten den Baumhausbau auf den nächsten Morgen. Und sie wollten Herrn Biber fragen. Der kannte sich doch mit Bauen aus!

Am nächsten Morgen trafen sich die Freunde beim Biberbau. Herr Biber baute schon wieder kräftig am Damm. "Herr Biber, können sie uns helfen, unser Baumhaus aufzubauen?" "Baumhäuser sind mein zweites Spezialgebiet, gleich nach Dämmen." erwiderte Herr Biber. Und so gingen sie ein Stückchen den Bach entlang bis zum Baum, an dessen Fuß sie ihre Baumhausteile stehen gelassen hatten.

Herr Biber schaute sich den Baum und dann die Baumhausteile an. "Hm hm, ah ja." "Bekommen wir unser Baumhaus da oben fest?" fragte die Feldmaus. "Ja sicher. Aber wir brauchen noch viel mehr Seil." antwortete Herr Biber. Also holten das Schweinchen und der Frosch mehrere Seile. Als die beiden zurück waren, nahm Herr Biber einige Seile und befestigte sie an der Bodenplatte. Dann kletterte er auf den Baum und rief: "So, alle mal helfen. Bei 'drei' die Bodenplatte anheben. Eins. Zwei. Drei." Und die Freunde hoben die Bodenplatte an. Herr Biber zog und zog und kurz darauf war die Bodenplatte wieder an der Stelle auf der Astgabel, wo sie am Tag zuvor nicht gehalten hatte.

Dann befestigte Herr Biber die Seile hoch oben im Baum. Ein weiteres Seil wickelte er um den dicken Ast und nur zur Sicherheit nagelte er ein paar kleinere Holzteile zwischen Ast und Bodenplatte an. "Das hält." sagte er sicher. Dann zogen sie die Seitenteile und zum Schluß das Dach nach oben und Herr Biber befestigte alles, so wie es mußte. Die Freunde hatten jetzt ein richtiges Baumhaus!

"Danke Herr Biber. Ohne sie hätten wir es sicher nie geschafft." "Och, das ist doch Ehrensache. Aber jetzt müßt ihr es ausprobieren." Und die Freunde lehnten die Leiter an den Baum und kletterten nacheinander hoch. Der Frosch und der Igel stiegen gleich in das Baumhaus und das Schweinchen setzte sich auf die Bodenplatte vor die Eingangstür. "Toll hier!" quiekte es. "Und diese herrliche Aussicht!" rief die Feldmaus und winkte zu ihrer Mutti, die vom Feldmausbau herüberblickte.

"Herr Biber, wir laden sie herzlich zu unserem ersten Baumhaustee heute um 14 Uhr ein." "Oh, das ist aber toll. Ich werde kommen!" Und so ließ er die Freunde allein und ging zum Biberbau zurück. Und die Freunde machten es sich richtig gemütlich. Sie holten Kissen und eine Decke und das alte Teeservice aus dem Schuppen von Familie Frosch.

Die Feldmaus hatte eine alte weiße Tischdecke mitgebracht, die sie wie eine Flagge am Baum hißte. "Und da malen wir unser Baumhaus-Symbol drauf. Wer hat eine Idee dafür?"


Was in der nächsten Geschichte passiert


Es dauerte nicht sehr lange, als wieder ein Rascheln zu hören war.

Freitag, 10. Oktober 2014

61 Die kleine Feldmaus auf dem Pilzfest

Es war ein herrlicher, lauer Sommertag. Die kleine Feldmaus und ihre Freunde spielten den ganzen Tag auf dem Feld beim Weiher. Sie spielten Fangen, Verstecken und rannten um die Wette.

Nachdem sie am Nachmittag nach Hause gegangen waren, trafen sie sich alle auf dem Pilzfest wieder. Das Pilzfest wurde jedes Jahr im Herbst von den Feldbewohnern veranstaltet. In der Mitte des Grillplatzes war ein richtig großer Tisch aufgestellt, auf dem ganz viele Pilze schön angerichtet waren.

Es waren so viele Pilze, daß man sie gar nicht alle zählen konnte. Es gab große Pilze, kleine Pilze, helle Pilze, dunkle Pilze, braune, weiße, schwarze und gelbe Pilze. Außerdem weiche und harte Pilze, welche mit Hut, welche mit Hütchen, andere hatten Punkte, Streifen oder Kringel. Viele waren giftig, die meisten konnte man aber essen, etliche davon schmeckten jedoch nicht wirklich gut. Es lagen Familienpilze, Kinderpilze, Freundepilze und Einsiedlerpilze auf dem großen Tisch. Einige waren in Tunken oder Soßen eingelegt, manche hingen hoch oder tief an den Ästen des Baumes darüber.

Das Pilzfest war eine große Sache bei allen Feldbewohnern. Sie bereiteten sich immer mehrere Wochen darauf vor. Die Pilze mußten natürlich gesammelt werden. Außerdem wurden die Tunken, Soßen, Brote und Beilagen vorbereitet. Das benötigte alles viel Zeit und Liebe, die die Feldbewohner sehr gerne aufbrachten. Dieses Jahr war das Motto: "Ein Pilz für jeden Freund".

Für die Kinder war der Kindereinzug das spannendste am Pilzfest. Um genau 19 Uhr zogen die Kinder der Feldbewohner mit Bollerwägen und bunten Sträuchern vom Feld her auf das Pilzfest ein. In den Bollerwägen lagen natürlich Pilze. Viele Pilze. Geschmückt waren die Wägen mit Blumen, Blättern und Zweigen. Alles sah rötlich und bräunlich aus. Schöne Herbstfarben zogen so in das Pilzfest ein.

Die vier Freunde zogen die zwei ersten Bollerwägen vorne weg. Die waren ganz schön schwer. Schon am Tag zuvor hatten sie sie vorbereitet. Die gesuchten Pilze mußten aufgeladen werden und das Schmücken dauerte auch seine Zeit. Sie waren froh, daß alles so geklappt hatte, wie sie es sich vorgestellt hatten. Diesmal sollten weit überhängende Zweige den Bollerwägen ein flugzeugähnliches Aussehen geben. Das hatte eigentlich auch ganz gut geklappt. Aber dann fiel ein Zweig von einem Wagen herunter.

Ein Rad des linken Bollerwagens verfing sich in dem Zweig und fiel um. Der rechte Bollerwagen wurde dabei mit umgerissen. Sämtliche Pilze und Sträucher auf den Wägen flogen durch die Luft und ergossen sich auf den Feldweg. "Unsere schönen Wägen." trauerte das kleine Schweinchen. Aber die kleine Feldmaus hatte eine Idee.

Sie und der kleine Igel banden ein Seil um den rechten Bollerwagen und warfen es über einen dicken Ast des nächsten Baumes. Dann zogen sie leicht an dem Seil und der Bollerwagen erhob sich in die Luft. Er schwenkte weit aus und sauste über die Küpfe der erstaunten Zuschauer am Feldwegrand. Einige duckten sich - wer wußte schon, was die Freunde wieder vorhatten.

Dann ließen sie den Wagen wieder etwas herunter und "schoben" ihn durch die Luft bis zum großen, zentralen Pilztisch. Dort ließen sie ihn herunter. Dann machten sie das gleiche mit dem zweiten Bollerwagen. Die Feldbewohner fingen an zu klatschen. Das hatte es noch nie gegeben: die Pilze zogen nicht ein, sondern sie flogen ein!

Als der zweite Bollerwagen auch am Pilztisch angekommen war rief die kleine Feldmaus: "Alle mal herhören! Jeder nimmt sich jetzt einen Pilz aus unseren Bollerwägen und schenkt sie einem Freund. Ganz getreu unserem diesjährigen Motto!" Die Feldbewohner liefen in einer dicken Traube zu den Bollerwägen beim Pilztisch. Jeder wollte den tollsten Pilz verschenken.

Der Einzug war zwar nicht ganz glatt verlaufen, aber das Pilzfest wurde ein voller Erfolg.


Was in der nächsten Geschichte passiert


Der Baum war sehr groß und ein dicker Ast ragte auf mittlerer Höhe fast waagerecht heraus.


60 Die kleine Feldmaus bleibt am Boden

Es war ein herrlicher, lauer Sommertag. Die kleine Feldmaus und ihre Freunde spielten den ganzen Tag auf dem Feld beim Weiher. Sie spielten Fangen, Verstecken und rannten um die Wette.

Am Nachmittag kam Wind auf. Die Freunde schauten sich freudestrahlend an. Endlich konnten sie wieder ihre Drachen steigen lassen. Sie rannten nach Hause und jeder holte seinen Drachen. Als sie sich wieder trafen, sah das kleine Schweinchen ganz geknickt aus. "Was ist denn los?" fragte der kleine Igel. "Mein Drachen ist kaputt." "Wieso denn das?" "Er lag auf dem Boden bei den alten Anziehsachen und irgendwie muß der Karton da drauf gerutscht sein. Mein Drachen hat ein Loch." Das Schweinchen weinte fast.

"Och Schweinchen." versuchte der kleine Frosch zu trösten. "Wir können uns ja abwechseln." Jetzt lächelte das Schweinchen schon wieder etwas. Dann breiteten sie ihre Drachen aus und legten die Schnüre schön parallel hin, damit sich nichts verknotete. Der kleine Igel hatte einen Lenkdrachen. Die kleine Feldmaus hatte einen normalen Drachen und der kleine Frosch hatte einen mehrstufigen. Das heißt drei normale Drachen waren hintereinander angebracht.

Der Wind wurde wieder etwas stärker. Der kleine Igel konnte seinen Drachen alleine starten. Er rannte ein kurzes Stück dem Wind entgegen, da war sein Drachen schon hoch in der Luft und er konnte ihn in alle Richtungen lenken. Die kleine Feldmaus zog an ihrer Schnur und das kleine Schweinchen warf ihren Drachen in die Höhe. Beim zweiten Versuch war er hoch über ihren Köpfen.

Nur der kleine Frosch tat sich schwer mit dem Starten. Sein Drachen war wohl etwas zu schwer bzw. es war noch nicht genug Wind für einen großen Stufendrachen. Das Schweinchen hielt den Drachen fest und wartete auf eine geeignete Windböe. Der kleine Frosch machte sich bereit, loszurennen. Dann war es soweit. Eine starke Böe riß dem Schweinchen den Drachen fast aus der Hand. Der Frosch mußte nur kurz laufen und schon war sein Drachen am Himmel.

Das Schweinchen klatschte in die Hände. "Juhu! Die Drachen fliegen wieder!" Dann gab der Frosch dem Schweinchen die Leine. Es hatte noch nie einen dreistufigen Drachen geflogen. Aber das war nicht viel anders als bei einem normalen Drachen. Kurze Zeit später wechselte das Schweinchen an den Lenkdrachen vom kleinen Igel.

"Schön vorsichtig. Keine waghalsigen Stunts!" warnte der Igel das Schweinchen. Aber das Schweinchen war nicht zu bremsen. "Papperlapapp! Jetzt geht's rund!" Und es rannte dem Wind entgegen und ließ die Leinen immer länger werden. Der Lenkdrachen war jetzt irrwitzig hoch und bekam plötzlich zuwenig Wind und trudelte schon hin und her. Das Schweinchen bekam große Augen und zog an den Leinen. Dann stürzte der Drachen ab.

"Nein! Nein!" rief der Igel und das Schweinchen rannte wieder ein Stückchen. Aber der Drachen trudelte immer weiter zu Boden. Dann kam eine starke Böe und das Schweinchen zog ruckartig an den Leinen. Der Lenkdrachen kam wieder ins Gleichgewicht sauste aber immer noch zu Boden - kopfüber! Das Schweinchen zog an der rechten Leine. Der Drachen drehte sich nach rechts und kurz über dem Feld riß das Schweinchen in einer grandiosen Kehrtwende den Drachen wieder nach oben.

"Gott sei Dank!" rief der Igel und das Schweinchen wischte sich über die Stirn. "Jetzt gib mir meinen Drachen wieder! Aber danke, daß du ihn noch gerettet hast." "Keine Ursache. Krieg ich jetzt deinen, Feldmaus?" "Hm... warte mal kurz... ich muß den erst ein wenig einholen." Die Feldmaus war sich nicht sicher, ob das eine gute Idee war. Aber sie waren Freunde. Also übergab sie ihre Schnüre an das Schweinchen.

Dem Drachen der kleinen Feldmaus passierte nichts. Und da das Schweinchen so gerne Lenkdrachen flog, nahmen sie sich vor, am nächsten Tag seinen kaputten Drachen zu reparieren und zu einem Lenkdrachen umzurüsten. "Das wird toll!" rief das Schweinchen und ergatterte noch einmal den Lenkdrachen des kleinen Igels.

Auflösung des Quiz:
1-B
2-C
3-B
4-D
5-D
6-B
7-B
8-C
9-A
10-D
11-B
12-B 



Was in der nächsten Geschichte passiert


Für die Kinder war der Kindereinzug das spannendste am Pilzfest.

59 Die kleine Feldmaus - Das Quiz

Es war ein herrlicher, lauer Sommertag. Die kleine Feldmaus und ihre Freunde spielten den ganzen Tag auf dem... Halt!

Dies ist die Quiz-Geschichte. Das heißt eigentlich ist es keine Geschichte, sondern nur ein Quiz. Das kleine Feldmaus-Quiz! Im Folgenden werden Fragen gestellt. Es gibt jeweils vier Antworten. Aber nur eine Antwort ist richtig. Also, ich wünsche Euch viel Spaß beim Quiz!

1. wieviele dicke Freunde hat die kleine Feldmaus?
a) zwei
b) drei
c) vier
d) fünf

2.was hat die größte Fläche?
a) das Feld
b) die Koppel
c) das Maisfeld
d) der Weiher

3. was liegt am nächsten zum Feldmausbau?
a) der Leuchtturm
b) der Biberbau
c) das Eulenloch
d) die alte Wassermühle

4. was ist am höchsten?
a) die Hohe Linde
b) der Schlagbaum
c) der Rathausturm
d) der Leuchtturm

5. wie heißt ein Kuscheltier der kleinen Feldmaus?
a) Frau Kuckuck
b) Kuschel
c) Bärchen
d) Emily

6. wer hat eine Latzhose an?
a) die kleine Feldmaus
b) das kleine Schweinchen
c) der kleine Frosch
d) der kleine Igel

7. wer konnte auf dem Sportfest am weitesten werfen?
a) die kleine Feldmaus
b) das kleine Schweinchen
c) der kleine Frosch
d) der kleine Igel

8. wer war auch auf dem Konzert der Summerfreshies?
a) der blaue Salamander
b) das Biberjunge
c) die grüne Heuschrecke
d) die Mutti der kleinen Feldmaus

9. was trinkt die kleine Feldmaus am liebsten?
a) Kakao
b) Limonade
c) Wasser
d) Kaffee

10. welchen Fußballverein hat die Feldmaus live gesehen?
a) die Spielvereinigung Abtreter 05
b) die Wiesenfelder Fußballjungs
c) den 2. FC Grätschenhausen
d) die Spielvereinigung Abtreter 06

11. was sollte die kleine Feldmaus einkaufen?
a) einen schicken, roten Flitzer
b) Rosinen, zweimal
c) Butter im Vorratspack
d) Kakao, Doppelpack

12. wo hatte sich der kleine Frosch versteckt?
a) unter dem Paddelboot
b) auf der Vogelscheuche
c) im Bushaltestellenhäuschen
d) beim Bach

Die Auflösung steht am Ende der nächsten Geschichte.




Was in der nächsten Geschichte passiert


Eine starke Böe riß dem Schweinchen den Drachen fast aus der Hand.