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Dieses Titelbild ist von meiner Schwägerin - vielen Dank dafür!

Dienstag, 25. November 2014

95 Die kleine Feldmaus unter dem Bett

Es war ein herrlicher, lauer Sommertag. Die kleine Feldmaus und ihre Freunde spielten den ganzen Tag auf dem Feld beim Weiher. Sie spielten Fangen, Verstecken und rannten um die Wette.

Als die Feldmaus am Abend zu Bett gegangen war, bekam sie von ihrer Mutti ein Küsschen auf die Nasenspitze. "Gute Nacht Mami." sagte sie und machte ihr Nachttischlämpchen aus. Die Mutti schloß die Tür und ging ins Wohnzimmer.

Ein paar Minuten später fiel der Mutti ein, daß sie die kleine Feldmaus noch fragen wollte, ob sie am Wochenende einen Ausflug machen sollen. Vielleicht hatte die Feldmaus sich schon mit ihren Freunden verabredet. Dann mußten sie den Ausflug um eine Woche verschieben.

Also ging die Mutti zum Zimmer der Feldmaus. Als sie die Zimmertür öffnete sah sie gleich, daß die Bettdecke aus dem Bett bis auf den Fußboden hing. "Feldmaus?" fragte sie in den Raum hinein. Keine Antwort. "Feldmaus, wo bist du?" fragte sie erneut. Wieder keine Antwort. Dann machte sie das Licht an und erschrak. Die Decke hing aus dem Bett, der Schreibtischstuhl war umgefallen und das Fenster war offen und die Gardinen wehten nach draußen.

"Feldmaus, was ist denn los? Wo bist du?" sagte sie jetzt ernster, etwas lauter und mit leicht erschrockener Stimme. "Hier unten." kam als Antwort mit leiser, zittriger Stimme unter dem Bett hervor. "Was machst du denn unter deinem Bett? Und was ist hier passiert?" "Ich weiß nicht. Es wurde auf einmal hell und laut vor dem Fenster. Und dann schlugen die Flügel auf und der Wind ging durchs Zimmer. Dabei ist der Stuhl umgefallen und ich habe mich unter dem Bett verkrochen."

Die Mutti schaute aus dem Fenster, konnte aber nichts ungewöhnliches sehen. Sie schloß es wieder und hing die Gardine ordentlich hin. Sie reichte ihrer Tochter die Hand und diese krabbelte wieder unter ihrem Bett hervor und nahm ihre Mutti in den Arm. "Darf ich heute bei dir schlafen, Mami?" "Klaro!" antwortete die Mutti und ging mit der Feldmaus in ihr Schlafzimmer. Die Feldmaus kuschelte sich ins Bett. "Ich lese noch ein wenig und komme dann nachher. Schlaf schön." sagte die Mutti und schloß die Zimmertür.

Als die Mutti gegangen war, schaute die kleine Feldmaus noch eine Weile zum Fenster. Die Gardinen hingen ruhig und es blieb dunkel im Zimmer. Was konnte das vorhin nur gewesen sein? Die Feldmaus hatte gerade die Augen geschlossen, als sie wieder Geräusche vor dem Fenster hörte. Sie schaute zum Fenster und es wurde draußen hell. Die Fensterflügel schlugen auf und starker Wind zerrte an den Gardinen. Ein grelles Licht fiel in das Zimmer und machte es taghell. Die Feldmaus erschrak und setzte sich aufrecht hin, bereit, unter das Bett zu flüchten oder gleich in das Wohnzimmer zu rennen.

Plötzlich sauste ein kleines Flugzeug, beziehungsweise etwas Flugzeug-ähnliches, durch das geöffnete Fenster in das Schlafzimmer. In dem kleinen Flugzeug saß ein grünes, strubbeliges Wesen mit großen, roten, fröhlichen Augen. "AAAACHTUNG!" rief es beim Reinsausen. Dann knallte es laut, wie eine Fehlzündung, und das "Ding" segelte fast geräuschlos direkt auf die hintere Wand zu. Dort schlug es mit einem dumpfen KRUSCH auf. Das Flugzeug fiel auf den Boden und das zottelige Wesen rettete sich mit einem kleinen Fallschirm daneben.

"Ta-daaa!" machte es, als es auf seinen Beinen stand und den Fallschirm vom Kopf gezogen hatte. "Wo bin ich hier?" fragte es - scheinbar zur Feldmaus hin. "Du bist in unserem Schlafzimmer." antwortete diese zögerlich. "Und wieso schläfst du dann nicht?" "Bei dem Krach kann man ja nicht schlafen!" "Na hör mal! Ich mache doch keinen Krach." "Doch doch. Du bist hier ganz schön laut reingesegelt." "Naja, also gut. Ich bin schon mal eleganter gelandet. Aber das ist nicht meine Schuld." Wer soll denn dann Schuld sein, dachte sich die Feldmaus, aber die Antwort kam ganz ungefragt.

"Die Ungeheuer sind Schuld! Jawohl, die Ungeheuer!" "Was denn für Ungeheuer?" fragte die Feldmaus sicherheitshalber nach. "Also ich bin heute früh zum Einkaufen geflogen. Da sah es noch nicht nach einer Invasion aus. Und als ich gerade die Pastimöhren in meinen Einkaufskorb gelegt hatte, da ging es los. Ohrenbetäubender Lärm. Überall. Grelles Licht und fliegende Erdäpfel." Das zottelige Wesen machte eine kurze Pause, die die Feldmaus noch einmal zum Nachfragen nutzte.

"Was denn für Ungeheuer?" "Ach ja. Die Ungeheuer. Also ich bin beim Einkaufen und um mich herum löste sich alles in Wohlgefallen auf, da habe ich das Ungeheuer gesehen. Riesig groß und bunt und laut und... ach, was sage ich... STINKIG bis zum Himmel. Ich bin sicher, da waren auch noch mehr von denen. Aber gesehen habe ich nur eins."

Die Feldmaus wurde ungeduldig. "Ja und dann? Wieso bist du in unsere Schlafzimmer geflogen? Und mach bitte das Fenster zu. Es wird kalt!" Das blaue Wesen -war es vorhin nicht grün- ging zum Fenster und machte es zu. "So wahr ich ein Faunling bin! Das zahle ich den Ungeheuern heim!" "Ein Faunling?" wunderte sich die Feldmaus. "DU bist ein Faunling?" "Na, das sieht man doch, oder nicht?" Naja, dachte sich die Feldmaus, ich wußte nicht, daß die ihre Farbe wechseln können, aber so ähnlich habe ich mir Faunlinge schon vorgestellt.

"Und wie geht es jetzt weiter? Und wo sind die Ungeheuer jetzt?" "Du hast so viele Fragen. Das weiß ich doch alles nicht. Jetzt heißt es, die Maschine wieder in Gang zu bringen." Und der Faunling fing an, an dem verbeulten Flugzeug rum zu schrauben. Die Feldmaus dachte, sie träumt. Ein Faunling im Schlafzimmer. Das sollten doch Fabelwesen sein. Wieso steht jetzt eines vor ihr. Das mußte sie ihren Freunden sagen. Aber wie zu dieser späten Stunde?

"Ich muß mal kurz wo hin. Bin gleich wieder da." sagte die Feldmaus und ging aus dem Zimmer. Sie schlich sich in ihr eigenes Zimmer und nahm das Notfall-Walkie-Talkie. Sie drückte die Sprechen-Taste. "Hallo. Hallo. Feldmaus hier. Hört mich jemand? Es ist ein Notfall. Ein Faunling ist in unser Schlafzimmer gestürzt." Dann wurde das Walkie-Talkie laut und sie mußte die Lautstärke etwas runterdrehen. "Igel hier. Was ist in dein Schlafzimmer gestürzt?" "Schweinchen hier. Faunlinge gibt es nicht." "Doch doch. Wenn ich's euch doch sage." Der Frosch schien schon zu schlafen oder hatte sein Walkie-Talkie nicht gehört.

"Ihr müßt schnell kommen und uns helfen, das Flugzeug zu reparieren." "Was denn für ein Flugzeug." "Kommt einfach schnell her. SCHNELL! Ende." Jetzt mußte die Feldmaus ein wenig warten. Sie schlich sich wieder in das Zimmer gegenüber. "Hallo Faunling. Wie kommst du mit der Reparatur voran?" Doch er war nicht mehr da. Das Flugzeug war auch weg. Alles sah ganz normal aus im Schlafzimmer. "Mist!" sagte die Feldmaus. Hatte sich der Faunling einfach aus dem Staub gemacht. Ohne sich zu verabschieden und ohne, daß die Freunde ihn gesehen hätten.

Die Feldmaus schlich wieder in ihr Zimmer und sagte den Notfall per Walkie-Talkie ab. "Kein Notfall mehr. Faunling entwischt. Ich wiederhole: kein Notfall mehr! Ihr könnt zuhause bleiben." Die Freunde bestätigten und das Walkie-Talkie wurde ruhig. Schade. Jetzt war ein Faunling in ihrem Haus gewesen und niemand hat es gesehen. Außer sie selbst natürlich. Aber das könnte ja auch geträumt gewesen sein.


Was in der nächsten Geschichte passiert



"Was ist heute nur los mit dir? Es ist zwar ein besonderer Tag, aber deswegen muß man doch nicht gleich aus dem Häuschen geraten!"


Sonntag, 23. November 2014

94 Die kleine Feldmaus mag Huftiere

Es war ein herrlicher, lauer Sommertag. Die kleine Feldmaus und ihre Freunde spielten den ganzen Tag auf dem Feld beim Weiher. Sie spielten Fangen, Verstecken und rannten um die Wette.

Als die Freunde eine kleine Stärkungspause machten fragte die Feldmaus: "Geht ihr heute Abend auch in den Huftier-Zoo?" "Huftier-Zoo?" wunderte sich das kleine Schweinchen. "Was ist denn ein Huftier-Zoo?" "Das ist ein Zoo, der nur Huftiere beschäftigt." "Hä?" wunderte sich das Schweinchen immer noch. "Also..." holte die Feldmaus aus. "In Wiesenstädt auf der Weide hinter dem Bahnhof ist ein kleiner Zoo..." "Ja! Den kenne ich!" unterbrach das Schweinchen.

Die Feldmaus schaute das Schweinchen streng an, welches sofort verstummte. "Dieser Zoo hat nur Huftiere. Also Tiere, die Hufe haben. Denn es gibt ja auch Tiere mit anderen Füßen. Pfoten zum Beispiel." "Jaja!" unterbrach das Schweinchen schon wieder. "Aber wieso haben die nur Huftiere?" "Das weiß ich nicht. Aber die haben Kühe, Esel, Zebras, Kamele, Antilopen und viele andere Huftiere." Jetzt wurde es spannend.

"Die haben Antilopen?" hakte das Schweinchen nach und auch der Frosch und der Igel wurden aufmerksamer. "Ja, ich denke schon." antwortete die Feldmaus etwas zögerlich. "Es gibt viele Huftiere. Ich mag Huftiere." "Ich auch!" rief der Frosch schnell hinterher. "Kann ich auch mitgehen?" fragte der Igel. Und so verabredeten sie sich alle für 18 Uhr an der Bushaltestelle.

Um 18 Uhr, kurz bevor der Bus nach Wiesenstädt fuhr, trafen sich die Freunde an der Bushaltestelle. Sie philosophierten soch ein wenig über Huftiere bis der Bus kam. Sie stiegen ein und der Bus fuhr los. Während der Fahrt zählten sie alle möglichen Huftiere auf. Auerochse, Büffel, Maultier, Nashorn, Tapir. "AHA!" rief plötzlich das Schweinchen und einige Fahrgäste schauten erschrocken zu den Freunden hinüber. Etwas leiser sagte das Schweinchen: "Tapire mag ich ganz besonders. Die sind so schön langsam."

Einige Zeit später waren sie am Ziel angekommen. Der Bus hielt aber nicht direkt beim Zoo, sondern beim Bahnhof. Also mußten die Freunde ein Stück gehen. Aber der Huftier-Zoo war ja gleich hinter dem Bahnhof. Nach einigen weiteren Minuten standen sie am Eingang des Zoos. Sie zeigten ihre Schülerausweise und konnten eintreten. Gleich am Eingang war ein Lama-Gehege. "Die können spucken." warnte der Igel und hielt lieber ein bischen Abstand vom Zaun.

"Können wir jetzt zu den Tapiren?" drängelte das Schweinchen. "Ja. Aber erst kommen noch Ziegen und Trampeltiere." Das Schweinchen lief vor den Freunden her. Als es endlich das erste Tapir sah, war an Halten nicht mehr zu denken. Das Schweinchen rannte zum erspähten Tapir hin. Kurz vor dem Ziel stolperte es über einen Stein oder so und flog in hohem Bogen auf das Tapir-Gehege zu. Das Schweinchen landete genau im Zaun, welcher komischerweise nicht standhielt und einfach umfiel. Auf einer Breite von drei Metern war der Zaun eingerissen und ein Tapir nach dem anderen lief aus dem Gehege auf den Rundweg.

"Halt! Halt!" riefen die Freunde den Tapiren hinterher. Das Schweinchen hielt sich die Seite. Der Zaun hatte doch schmerzliche Spuren hinterlassen. Aber wo die Tapire nun schon frei herumliefen, wollte sich das Schweinchen seine Lieblings-Huftiere einmal aus der Nähe anschauen und streichelte ein Tapir, das gerade über den umgefallenen Zaun stapste. Das fand die Streicheleinheiten scheinbar schön, drehte sich auf seinen Rücken und rutschte ganz nah an das Schweinchen ran. Dem Schweinchen wurde etwas mulmig. Es ließ sich aber nichts anmerken.

Die Freunde rannten unterdessen den Tapiren hinterher. Nach und nach sahen sie ein Tapir, das einem Kind ein Stück Pizza geklaut hatte, ein Tapir, das in die Ecke pieselte und drei Tapire, die auf einem Klettergerüst auf dem Spielplatz kletterten. "Das gibt es ja gar nicht." wunderte sich der Igel. "Tapire, die spielen und klettern." "Ich hätte nie gedacht, daß die Pizza mögen!" sagte der Frosch. Und die Feldmaus schüttelte den Kopf als ein Tapir traurig aus dem Giraffengarten heraus schlurfte, weil es nicht an das hoch hängende Futter ran kam.

Die Freunde schauten noch gespannt zu, wie die Tapire wieder in ihr Gehege gebracht wurden, Pizza bekamen und der Zaun repariert wurde. Dann gingen sie müde zur Bushaltestelle und fuhren nach Hause.

Am nächsten Tag stand auf der Titelseite der Zeitung eine dicke rote Überschrift: "Schüler stolpert in Zaun - alle Tapire entkommen" Im Text wurde der zuständige Zoo-Angestellte zitiert: "Am gestrigen Abend mußten wir erstaunt feststellen, daß Tapire Pizza mögen und hervorragend klettern können." "Tja." sagte das Schweinchen. "Man sollte häufiger mal Zäune einreißen!"


Was in der nächsten Geschichte passiert


Als sie die Zimmertür öffnete sah sie gleich, daß die Bettdecke aus dem Bett bis auf den Fußboden hing.


Samstag, 22. November 2014

93 Die kleine Feldmaus trifft den kleinen Feldelefant

Es war ein herrlicher, lauer Sommertag. Die kleine Feldmaus und ihre Freunde spielten den ganzen Tag auf dem Feld beim Weiher. Sie spielten Fangen, Verstecken und rannten um die Wette.

Plötzlich entdeckte das kleine Schweinchen eine Spur. "Schaut mal hier! Eine Spur!" "Was ist das?" fragte der kleine Igel. "Keine Ahnung. Aber es scheint klein zu sein." antwortete das Schweinchen. Die Spuren waren ganz klar von einem Tier. Wenn sie nicht so klein gewesen wären, hätte man sie für die Spuren eines Elefanten halten können. "Für einen Elefanten sind die viel zu klein." erklärte die Feldmaus. "Aber die sehen wie Elefantenspuren aus!" beharrte das Schweinchen. Sie wollten den Spuren folgen.

"Die Spuren kommen aus dieser Richtung." sagte der kleine Frosch und zeigte in Richtung Wald. "Dann müssen wir dorthin, um zu suchen." entschied die Feldmaus. Und die Freunde folgten den Spuren auf dem Feldweg bis kurz hinter den Schlagbaum. Dort waren auf einmal noch mehr dieser merkwürdigen Spuren zu sehen. "Das gibt's doch nicht." sagte das Schweinchen. "Hier laufen noch mehr davon rum. Und alle in eine andere Richtung. So ein Mist!"

Und tatsächlich waren jetzt vier unterschiedliche Spuren zu erkennen, die aber leider alle in unterschiedliche Richtungen führten. "Die Tiere haben sich hier getroffen und sind dann alle wieder in unterschiedliche Richtungen gegangen." stellte der Igel fest. "Wir müssen uns aufteilen und allen Spuren folgen. Es sind genau vier!" sagte die Feldmaus. Und so ging sie selbst in Richtung Koppel, der Frosch zum Weiher, der Igel zum Buswartehäuschen und das Schweinchen in Richtung Wald.

Nach einigen Minuten hörten die Freunde einen Schrei. "HIIIIER!!" Das kam von der Feldmaus. Und die drei Freunde liefen zur Koppel, wo die Feldmaus hingelaufen war. Als sie angekommen waren sahen sie die Feldmaus mit einem kleinen... Elefanten sprechen! "Heee!" unterbrach das Schweinchen das Gespräch zwischen Feldmaus und Minielefant. "Was ist denn hier los? Worüber redet ihr?"

"Ach..." antwortete die Feldmaus. "Das ist Sämmi. Er ist ein Feldelefant und hatte sich verlaufen. Er wohnt hinter dem Wald auf der anderen Seite von Feldvippach. Beim Spielen ist er irgendwie von seiter Route abgekommen und hier bei uns gelandet." Die Freunde staunten. "Ein Feldelefant?" wunderte sich der Igel. "Ich wußte gar nicht, daß es die gibt." sagte der Frosch und kratzte sich am Kopf. "Doch doch!" erinnerte sich das Schweinchen. "Jetzt, wo ihr es sagt! Ein Feldelefant! Na klar! Deswegen die kleinen Elefantenspuren."

Die Freunde schüttelten die Köpfe. Das Schweinchen wieder. "Aber wir haben doch vier Spuren gesehen." wand das Schweinchen ein. "Die hab alle ich gemacht." sagte der Feldelefant nun selbst. "Ich wußte nicht wohin und hab mich im Kreis gedreht und mehrfach die Richtung gewechselt." "Und findest du jetzt nach Hause zurück?" fragte der Igel besorgt. "Klar. Die Feldmaus hat mir alles erklärt. Durch den Wald immer geradeaus. Am Fahnenmast nach links und durch die hängenden Büsche nach Feldvippach. Das finde ich locker!"

Die Freunde und der Feldelefant spielten noch eine Weile gemeinsam auf dem Feld. Dann verabredeten sie sich für Samstag in zwei Wochen. Die Freunde wollten den Feldelefant besuchen gehen. Dieser verabschiedete sich und zog los. Am Waldrand winkte er noch einmal zurück und weg war er.

"Ein Feldelefant!" wunderte sich das Schweinchen noch einmal. "Hier bei uns!" "Tja. Deswegen sollte man besser auf dem Weg bleiben. Damit man sich nicht verläuft." resümierte die Feldmaus. Und dann spielten die Freunde weiter bis die Sonne fast untergegangen war.


Was in der nächsten Geschichte passiert


"Die haben Antilopen?" hakte das Schweinchen nach und auch der Frosch und der Igel wurden aufmerksamer.


Donnerstag, 20. November 2014

92 Die kleine Feldmaus braucht Ideen

Es war ein herrlicher, lauer Herbsttag. Die kleine Feldmaus und ihre Freunde spielten den ganzen Tag auf dem Feld beim Weiher. Sie spielten Indianer, Polizei und Familie mit Kindern.

Als die Feldmaus am späten Nachmittag wieder zuhause war, mußte sie noch eine Hausaufgabe machen. Das hatte sie leider immer wieder aufgeschoben. Aber morgen mußte es fertig sein. Also setzte sie sich an ihren Schreibtsich und holte das Deutschheft raus.

Sie sollten einen kurzen Aufsatz schreiben und mit eigenen Worten beschreiben, worum es in der Geschichte ging, die ihre Lehrerin ihnen am Donnerstag vorgelesen hatte. Puh! Das war ja schon ein paar Tage her. Sie holte die Geschichte hervor und las sie noch einmal durch.

Es war einmal ein König mit Namen Sonnenherz. Er hatte eine Tochter, die Sonnenmarie hieß. Sie war von holder Pracht. Der König und die Königin liebten sie von ganzem Herzen. Doch eines Nachts verschwand Marie aus den Mauern des königlichen Schlosses. Das Königspaar suchte ihre Tochter überall. Zwei Jahre tagein, tagaus suchten sie und ihre Untertanen. Doch dann wurde ihre Trauer zu groß. Und langsam kam die Gewißheit, daß sie ihre Tochter nie wieder sehen würden. "Oh Tochter, komm zu uns zurück!" beteten sie jeden Tag. Aber ihr Wunsch fand keine Erfüllung. Nach 20 Jahren und einem Tag kam eine hübsche, junge Frau ins Schloß. Niemand hatte sie vorher je gesehen. Sie sagte, sie wüßte etwas über den Verbleib der königlichen Tochter. Eine böse Hexe hätte sie entführt und mit einem Zauber verwunschen. Das Königspaar glaubte der jungen Frau nicht, wollten aber auch keine Möglichkeit verstreichen lassen, ihre Tochter wiederzusehen. Also folgten sie der jungen Frau ganz allein bis tief in den Wald. Als sie am tiefsten und dunkelsten Punkt des Waldes angekommen waren, sah das Königspaar ganz viele Tiere und Wesen, die keine Angst vor den Menschen hatten. Die junge Frau erklärte, daß an diesem Punkt des Waldes noch nie zuvor ein Mensch gewesen war. Der König fragte, wo seine Tochter denn nun wäre. Und die junge Frau antwortete, daß er ganz fest daran glauben müsse, seine Tochter wiederzusehen. Dann, und nur dann, würde sie hier, am tiefsten Punkt des Waldes, erscheinen. Der König und die Königin versuchten, ganz stark daran zu glauben. Aber es geschah nichts. Die Tiere um sie herum kamen und gingen, ohne sie weiter zu beachten. Bald konnte das Königspaar nicht mehr. Nach 20 Tagen und einer Stunde gaben sie endgültig auf, an die Rückkehr ihrer Tochter zu glauben. Eigentlich hatten sie nie wirklich an ihre Rückkehr geglaubt. Der König legte sich auf den Rücken und schaute hinauf durch die Baumkronen in den Himmel. Die Königin tat es ihm nach und schloß nach einiger Zeit ihre Augen. "Wir werden unsere Tochter nicht wiedersehen." sagte die Königin zum König. "Laß uns an die Zeit denken, als sie noch bei uns war. Laß uns gegenseitig Geschichten und von Gefühlen erzählen, an die wir uns noch erinnern können." Und so erzählte jeder abwechselnd dem anderen eine Geschichte aus der Zeit, als ihre Tochter noch bei ihnen war. Bald vergaß das Königspaar, wo es sich befand. Sie dachten nur noch an die schöne Zeit vor dem Verschwinden ihrer Tochter. Sie fingen an, zu lachen und zu weinen über die schönen, lustigen und ergreifenden Geschichten, die sie sich von Früher erzählten. Dann fing der Wald plötzlich an, zu leuchten. Das Königspaar bemerkte die Veränderung zuerst gar nicht und erzählte, lachte und weinte weiter. Der Wald um das Königspaar wurde immer heller und leuchtender. Der König und die Königin hörten auf, zu lachen, und konnten gar nicht glauben, was sie sahen. Ihre Tochter, schön wie am Tag ihres Verschwindens, kam aus dem gleißenden Licht auf sie zu und nahm sie in die Arme. "Ihr habt meinen Verlust vergessen, als ihr anfingt, an Früher zu denken und euch daran zu erfreuen. Diese Freude war das Wichtigste, das ihr mit mir verloren hattet. Und es war das Wichtigste, das ihr trotzdem bewahren mußtet." Das Königspaar verstand, was ihre Tochter ihnen sagen wollte, und nahm sie an ihren Händen und sie gingen zurück zum Schloß. Dort lebten sie wieder zufrieden und ohne Trauer. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

"Boah, was eine doofe Geschichte." dachte sich die Feldmaus. Wer schreibt so einen Quark nur auf? Aber sie mußte die Hausaufgabe nun einmal machen. Und so fing sie an.

1. Versuch:
Irgend so ein König hatte eine wer weiß wie schöne Tochter. Doch die Tochter verschwand spurlos. Der König und seine Königin suchten zwei Jahre ohne Unterbrechung nach ihr. Dann gaben sie auf. Eine junge Frau klopfte nach 20 Jahren ans Schloß und sagte, sie wüßte wo die Prinzessin sei. Das Königspaar folgte der Frau bis in die Mitte vom Wald. Es war sehr traurig und konnte nicht glauben, daß seine Tochter wiederkäme. Sie träumten von Früher, als ihre Tochter noch da war. Dann wurde es hell und die Tochter tauchte wieder auf. Ende.

"Naja." dachte sich die Feldmaus. "Netter Versuch. Gleich nochmal."

2. Versuch:
Der König und die Königin hatten eine wunderschöne Tochter. Sie lebten in einem Schloß und alles war gut. Eines Tages verschwand die Tochter spurlos. Das Königspaar suchte sich dumm und dämlich, fand sie aber nicht. Es wurde sehr traurig und gab die Suche deswegen auf. Nach 20 Jahren kam eine junge Frau ins Schloß. Sie behauptete, sie wüßte, wo die verschwundene Tochter sei. Der König und die Königin glaubten der Frau zwar nicht, folgten ihr dann aber doch bis tief in den Wald. Dort hatten die Tiere keine Angst vor Menschen. Aber die Tochter tauchte trotzdem nicht wieder auf. Erst als das Königspaar sich Geschichten von Früher erzählte, vergaß es seine Trauer und freute sich wieder. Dann fing der Wald an, zu brennen, und ein Stuntman kam als Tochter-Double durch die Flammen auf die Eltern zu. Als das Feuer aus war, nahmen sich alle in die Arme und feierten ein großes Fest.

"Mist! Das war auch nichts." Die Feldmaus zerknüllte das Blatt und legte ein neues auf den Schreibtisch.

3. Versuch:
Das Königspaar Sonnenherz hatte eine wunderschöne Tochter, die Sonnenmarie hieß. Plötzlich veschwand die Tochter spurlos. Das Königspaar und alle Untertanen suchten nach ihr. Nach zwei Jahren gaben sie die Suche vor lauter Trauer auf. Sie glaubten jetzt, ihre Tochter nie wieder zu sehen. Denn auch Beten hatte ihnen ihre Tochter nicht zurückgebracht. Nach 20 Jahren und einem Tag kam eine hübsche, junge Frau ins Schloß. Sie wüßte, wo die Tochter zu finden sei, behauptete sie. Das Königspaar glaubte ihr nicht. Dennoch folgte es der unbekannten Frau. Diese führte das Königspaar bis tief in den Wald. Dort lebten Tiere, die noch nie zuvor Menschen gesehen und deswegen keine Angst hatten. Sie müssten jetzt fest an die Rückkehr der Tochter glauben, sagte die junge Frau. Und das Königspaar versuchte, fest daran zu glauben. Aber es passierte nichts. Die beiden legten sich auf den Waldboden und schauten in den Himmel. Dabei erzählten sie sich Geschichten von Früher. Schöne Geschichten über ihre noch viel schönere Tochter. Dabei vergaßen sie ihre Trauer und ihren Ärger. Sie fingen an, zu lachen und zu weinen, wegen der schönen Geschichten von Früher. Plötzlich erhellte sich der Wald und ihre Tochter kam aus der Helligkeit auf sie zu. Sie erklärte ihren Eltern, daß durch die Geschichten von Früher Freude ins Leben des Königspaars zurückgekehrt sei, und sie deswegen zu ihnen zurückgebracht worden wäre. Die Eltern nahmen ihre Tochter in die Arme und gingen zum Schloß zurück. Dort lebten sie glücklich bis ans Ende ihrer Tage.

"Geht doch!" Die Feldmaus war damit ganz zufrieden. Aber sicherheitshalber holte sie die zerknüllten Blätter wieder aus dem Papierkorb, strich sie glatt und steckte sie mit dem dritten Versuch in das Deutschheft. Na, wenn die ganze Arbeit keine gute Zensur gibt, dann...


Was in der nächsten Geschichte passiert


"Die Spuren kommen aus dieser Richtung." sagte der kleine Frosch und zeigte in Richtung Wald.


Montag, 17. November 2014

91 Die kleine Feldmaus macht frischen Kaffee

Es wurde ein herrlicher, lauer Herbsttag. Die kleine Feldmaus stand heute etwas früher auf, weil sie nicht mehr schlafen konnte. Dann hatte sie eine Idee. Sie wollte ihre Mutti wecken und mit frisch aufgebrühtem Kaffee überraschen. Sie ging in die Küche und schloß leise die Tür.

Aus dem Schrank holte sie die Kaffeepackung und eine Filtertüte. Sie steckte die Filtertüte in die Kaffeemaschine und löffelte Kaffeepulver hinein. Sieben Löffel müßten reichen. Ach Quark! Besser acht Löffel - der Kaffee sollte ja nicht zu dünn werden. "Es gibt nichts schlimmeres als Kaffeeplörre." sagte ihre Mutti immer. Dann füllte sie Wasser in den Tank der Maschine und stellte sie an. Es fing an, zu blubbern und lecker zu duften.

Nach ein paar Minuten dampfte es kräftig und das Blubbern verstummte. Der Kaffee war fertig. Die kleine Feldmaus nahm eine Kaffeetasse mit Untertasse aus dem Geschirrschrank und füllte die Tasse bis oben hin. Sie tat zwei Löffel Zucker dazu und rührte um. Milch gab es keine, weil ihre Mutti den Kaffee schwarz liebte. Dann schlich sie leise mit dem Kaffee in der Hand zum Schlafzimmer der Mutti.

Sie klopfte vorsichtig an und öffnete die Tür. Ihre Mutti murmelte etwas - sie schien noch geschlafen zu haben. "Mutti." sagte die Feldmaus leise und mit lieblicher Stimme. "Ich habe dir Kaffee gemacht. Guten Morgen!" Ihre Mutti drehte sich um und nahm ihre Schlafmaske ab. "Oh Feldmaus. Wie spät ist es?" Sie schaute zur Uhr. Erst viertel vor acht. "Es ist ja noch nicht einmal acht Uhr!"

"Möchtest du den leckeren Kaffee probieren?" fragte die Feldmaus zögerlich. "Ja, natürlich!" antwortete ihre Mutti und nahm die Tasse entgegen. Sie trank einen Schluck und verzog das Gesicht, als wenn sie in eine saure Zitrone gebissen hätte. Waren acht Löffel Kaffee zuviel gewesen? "Hmmm! Lecker!" sagte sie und strich ihrer Tochter über den Kopf. "Hab ich zuviel Kaffee genommen, Mami?" "Ein wenig zuviel. Aber es geht schon. Bitte gib mir noch ein bisschen mehr Zucker."

Die Feldmaus ging in die Küche, um den Zuckerstreuer zu holen. Die Mutti nahm zwei Portionen und rührte um. Sie trank einen weiteren Schluck und fing an zu grinsen. "Was ist Mami? Wieso grinst du?" "Weil der Kaffee super lecker ist. Denn der ist von meiner kleinen Feldmaus!" Jetzt lächelte auch die Feldmaus. "Ich fange schon mal an, das Frühstück zu machen, ja?" "Ok. Ich komme gleich."  antwortete die Mutti und hörte schon Geklapper aus der Küche.

Ein paar Minuten später kam die Mutti in die Küche und sah einen fast vollständig gedeckten Küchentisch. "Oh! Du bist ja schon fast fertig. Sogar die Brötchen sind schon im Ofen." "Ja Mutti. Ich habe auch nochmal neuen Kaffee gemacht. Diesmal nur mit fünf Löffeln Kaffeepulver." "Das ist genau die richtige Menge! Auf DEN Kaffee freue ich mich jetzt aber ganz besonders."

Als die Brötchen fertig waren, nahm die Feldmaus sie aus dem Ofen und legte sie in den Brötchenkorb auf dem Küchentisch. Die Mutti schenkte sich den neuen, frischen Kaffee ein und tat etwas Zucker dazu. Sie rührte ihn um und probierte davon. "HMMM! DAS ist jetzt aber super leckerer Kaffee." sagte sie und bestrich eine Brötchenhälfte mit Marmelade. Es wurde ein sehr ausgiebiges Frühstück.


Was in der nächsten Geschichte passiert


Sie sollten einen kurzen Aufsatz schreiben und mit eigenen Worten beschreiben, worum es in der Geschichte ging, die ihre Lehrerin ihnen am Donnerstag vorgelesen hatte. Puh!


Sonntag, 16. November 2014

90 Die kleine Feldmaus sammelt Spenden

Es war ein herrlicher, lauer Sommertag. Die kleine Feldmaus und ihre Freunde spielten bis mittags auf dem Feld beim Weiher. Sie spielten Fangen, Verstecken und rannten um die Wette.

Dann gingen sie zum Spielplatz hinter der Koppel. Der Spielplatz war schon ziemlich alt. Und das sah man den Spielgeräten auch an. Bei der linken Schaukel konnte man nicht mehr sicher sein, daß die Seile hielten. Deswegen war die Schaukel zusammengeknotet. Die Wippe quietschte ganz erbärmlich, funktioniert aber immerhin noch. Und bei der Rutsche war der rechte Haltegriff ab. Kleinere Kinder konnten somit nicht mehr ohne Hilfe rutschen.

Heute fiel den Freunden der schlechte Zustand des Spielplatzes besonders auf. "Wir müssen etwas unternehmen!" sagte das kleine rosa Schweinchen. "Aber was?" fragte der Igel. "Na, wir könnten alles reparieren." schlug der Frosch vor. "Oder wir sammeln Geld und lassen die Reparatur von Fachleuten erledigen!" freute sich die Feldmaus und grinste ihre Freunde an.

"Das ist eine tolle Idee! Aber wie sollen wir das Geld sammeln?" wunderte sich das Schweinchen. "Wir nehmen ein großes, leeres Glas, schneiden einen Schlitz in den Deckel, so daß Geld hindurch paßt und laufen damit von Haus zu Haus und bitten die Leute, für unseren Spielplatz zu spenden." Das war eine tolle Idee.

Und die Freunde suchten sich im Schuppen ein schönes Glas, in dem irgendwann einmal Gemüse gewesen sein mußte, und machten die Beschriftung ab. Dann klebten sie eine neue Beschriftung um das Glas. Auf dieser stand: "Spenden für Spielplatz" Danach schnitten die Freunde einen Schlitz in den Deckel und prüften mit einer Feldkrone, ob es funktionierte. "Unser Sammelglas ist fertig!" rief das Schweinchen und klatschte in die Hände. Jetzt mußten sie nur noch losziehen und bei den Feld- und Wiesenbewohnern viel Geld einsammeln.

Sie fingen bei Frau Feldmaus an. "Was macht ihr? Ihr sammelt Geld für die Reparatur der Spielgeräte?" "Ja Mami. Die haben das dringend nötig." "Das ist eine tolle Idee. Hier, ich gebe euch 2 Feldkronen." Das fing ja super an. Wenn jeder 2 Feldkronen geben würde, dann hätten sie ganz schnell genug Geld zusammen. Sie gingen zum nächsten Bewohner. Herr Dachs hörte das Klingeln nicht. Also klingelten die Freunde ein weiteres mal. Diesmal kam er an die Tür.

"Ja bitte?" "Hallo Herr Dachs. Wir sammeln Geld für die Reparatur der Spielplatzgeräte. Möchten sie sich beteiligen?" "Ja gerne. Moment... Ich habe hier... So, 1 Feldkrone für euch. Ich wünsche viel Erfolg." Die Freunde gingen zum nächsten Nachbar. Frau Wiesel machte auf. "Hallo Frau Wiesel. Wir sammeln Geld für..." "Nein nein nein, tut mir leid. Ich gebe keine Spenden." Und schwupps... war die Tür wieder zu. "Na sowas." wunderte sich das kleine Schweinchen.

Sie gingen weiter zu Familie Hase. Das kleinste Hasenkind machte auf. "Hallo Feldmaus. Was gibts denn?" "Hallo Hoppi. Sind deine Eltern da?" "Ja klar. Maaaamiiii!" "Ich komme." hörten sie aus dem Obergeschoß. Die Freunde warteten eine Weile. Dann kam Frau Hase zur Tür. "Ja, was gibt es denn?" "Hallo Frau Hase. Wir sammeln Geld für die Reparatur der Spielplatzgeräte. Möchten sie sich beteiligen?" "Und wer garantiert mir, daß die Geräte von dem Geld auch repariert werden?"

Darüber hatten die Freunde noch gar nicht nachgedacht. "Wir garantieren das." "Und wenn ihr euch davon Spielzeug kauft?" "Wir kaufen von dem Spielplatzgeld doch kein Spielzeug!" regte sich das Schweinchen auf. Aber Frau Hase hatte recht. Da könnte ja jeder kommen und Geld sammeln. "Sie müssen uns wohl vertrauen, Frau Hase." sagte die Feldmaus. "Aber sie kennen uns doch und wissen, wo wir wohnen. Wenn die Geräte also doch nicht repariert werden, dann bekommen sie ihre Spende wieder zurück."

Damit war Frau Hase zufrieden und spendete sogar 5 Feldkronen. "Danke! Frau Hase. Wir lassen die Spielgeräte wirklich reparieren!" sagte das Schweinchen. "Viel Spaß weiterhin beim Sammeln." sagte Frau Hase und die Freunde zogen weiter.

Nach ein paar Stunden mit Klingeln, Fragen, Überreden und Sammeln hatten die Freunde insgesamt 126 Feldkronen eingesammelt. "Boah!" sagte das kleine rosa Schweinchen. "126 Feldkronen! Da kann man sich ja zweimal den neuen Baukasten von Spielland kaufen!" "Schweinchen!" ermahnte die Feldmaus streng. "Wir haben versichert, daß wir von dem Geld keine Spielsachen kaufen, sonden die Spielgeräte reparieren lassen." "Und das machen wir auch!" fügte der kleine Igel hinzu.

Also nahm die Feldmaus das Geld mit nach Hause. Sie war von den Freunden zum Kassenwart bestimmt worden. Gleich am nächsten Tag wollte sie herum telefonieren, wer die Spielplatzgeräte reparieren konnte, um dann die Reparatur zu beauftragen. Aber das ist eine andere Geschichte!


Was in der nächsten Geschichte passiert


Sie klopfte vorsichtig an und öffnete die Tür. Ihre Mutti murmelte etwas


Freitag, 14. November 2014

89 Die kleine Feldmaus schlittert davon

Es wurde ein klarer, sonniger Wintertag. Draußen war es bitter kalt und eine feine Eisdecke überzog alle Wege, Straßen und Bürgersteige. Es dämmerte schon leicht, als die kleine Feldmaus aufstand, um sich für die Schule fertigzumachen. Sie war heute etwas früher dran, damit sie nicht zu spät in die Schule kam.

Als sie gefrühstückt und ihre Sachen gepackt hatte, verabschiedete sie sich von ihrer Mutti und ging nach draußen. Es war wirklich furchtbar glatt. Sie schlitterte in alle Richtungen und mußte sich richtig anstrengen, überhaupt vorwärts zu kommen. Sie hielt sich links am Zaun fest und zog sich Stück für Stück voran.

An der Straßenkreuzung wurde es schwierig. Sie mußte über die Straße und konnte ja nicht zügig gehen. Also paßte sie den richtigen Moment ab und sauste mit Schwung über die Straße. Was ein Glück, daß heute weniger auf der Straße los war als gewöhnlich. Ansonsten hätte sie keinen ungefährlichen Moment zum Hinüberschlittern gefunden.

Die kleine Feldmaus wunderte sich, wieso sie keinen ihrer Mitschüler sah. Auch ihre Freunde waren scheinbar zu spät dran. Na, die würden schon kommen. Der Bus fuhr heute nicht. Das stand an der Anzeigetafel. Also ging sie zu Fuß. Aber deswegen war sie ja auch eher aufgestanden.

Als sie in der Schule ankam, war fast nichts los. Sie sah vereinzelte Schüler höherer Klassen, aber niemanden, mit dem sie in der Klasse war. Komisch. Wo waren die alle? Sie ging durch den Haupteingang ins Gebäude und wurde mit dem Duft von Plätzchen und heißem Tee überrascht.

"Oh! Noch eine tapfere Kriegerin!" sagte die Schulleiterin. "Die Schule fällt heute aus. Das hast du sicherlich nicht in den Nachrichten gehört, oder?" "Nein. Heute hatten wir das Radio gar nicht an." "Macht ja nichts. Wir haben hier Tee und Plätzchen. Bedien dich. Wir machen es uns gemütlich bis der nächste Bus fährt." Und tatsächlich, die ganzen Tische und Stühle im Foyer der Schule waren kurzfristig bereitgestellt worden. Und improvisiert hatte man sie mit Kastanien, Tannenzweigen und Kerzen geschmückt.

Mehrere Thermoskannen mit Tee und Schälchen mit Plätzchen standen auf den Tischen und einige Schüler saßen daran und naschten von dem leckeren Gebäck. Die Feldmaus setzte sich zum kleinen Wiesel, das die Nachrichten auch nicht gehört hatte.

Dann ging wieder die Tür auf und das kleine rosa Schweinchen kam herein. "Juhu! Ich bin angekommen!" freute es sich und wurde sofort von der Schulleiterin begrüßt. Die Feldmaus stürmte auf das Schweinchen zu. "Schweinchen, hast du auch kein Radio gehört?" "Nein. Wir hatten zuhause Probleme mit der Heizung. Da hatten wir andere Sorgen, als Radio zu hören. Hier ist es ja schön kuschelig. Und es gibt Brennesseltee! Toll!" Das Schweinchen griff zur Kanne und goß sich einen großen Becher voll ein.

Eine Weile später hatte die Feldmaus eine Idee. "Wollen wir auf die Eisbahn gehen?" fragte sie. "Ja! Super!" antwortete das Schweinchen und die beiden verabschiedeten sich von der Schulleiterin und dem kleinen Wiesel. Die Eisbahn stand seit dem Wochenende auf dem Marktplatz. Und heute paßte das Wetter prima dazu. Als sie angekommen waren, liehen sie sich Schlittschuhe aus und drehten ihre Runden. Das Schweinchen machte Kunststückchen und die Feldmaus fuhr sogar rückwärts.


Was in der nächsten Geschichte passiert


Herr Dachs hörte das Klingeln nicht. Also klingelten die Freunde ein weiteres mal. Diesmal kam er an die Tür.